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Niedersachsen Agrarministerin fordert: Wolf zum Abschuss freigeben
Nachrichten Politik Niedersachsen Agrarministerin fordert: Wolf zum Abschuss freigeben
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00:31 16.05.2018
Population wächst: Der Wolf fühlt sich in Niedersachsen wohl. Quelle: dpa
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Hannover

 Die Landesregierung ist offenbar zu einem Kurswechsel im Umgang mit den Wölfen bereit. Weidehalter protestierten am Wochenende in der Wesermarsch, weil es immer häufiger vorkommt, dass Nutztiere von Wölfen gerissen werden. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hält deshalb Abschüsse der Raubtiere für notwendig. „Ich bin gegen die Ausbreitung des Wolfes, weil es die Nutztierhalter einschränkt“, sagte sie der HAZ. „Wir können dem Wolf nur eine Grenze zeigen, wenn wir auch mal einen entnehmen.“ Die Anzahl der Wölfe sei groß genug dafür.

Otte-Kinast warnte vor den Auswirkungen auf Landwirtschaft und Tourismus in Niedersachsen, wenn die Wolfspopulation weiter wachse. „Nutztierhalter leiden wirklich unter der Ausbreitung des Wolfes“, sagte die Ministerin. So könne das Land den Schutz der von Wanderschäfern und Deichschäfereien gehaltenen Bestände nicht gewährleisten. Auch die Rinderhalter seien inzwischen betroffen. „In Brandenburg hat jetzt ein Wolf ein 100-Kilogramm-Rind im Stall gerissen. Die Einschläge kommen einfach näher. Wir müssen da wirklich handeln.“ 

Vertreibt der Wolf die Touristen?

Otte-Kinast beklagte, dass sich vor allem in der Lüneburger Heide viele touristische Betriebe wie Hofcafés oder Reiter-Pensionen durch die Ausbreitung des Wolfes eingeschränkt fühlten. „Urlaubsgäste sagen dann einfach: Wir fahren auf die ostfriesischen Inseln, aber im Moment mal nicht in die Heide.“

Zuvor hatte unter anderem der Kreisverband Celle des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes vor Gefahren für den Tourismus durch wachsende Wolfspopulationen gewarnt. Dagegen betonte der Tourismusverband „Lüneburger Heide“, dass es bisher keine Auswirkungen gebe. Die Übernachtungszahlen stiegen weiter.

Proteste gegen den Wolf

Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, forderte Umweltminister Olaf Lies (SPD) auf, den rechtlichen Rahmen für die Bejagung des Wolfes auch in Niedersachsen zu schaffen. „Die Wolfspopulation wächst jährlich um 30 Prozent“, erklärte Bäumer. „Alle international abgestimmten Kriterien sind erfüllt, den Wolf in Deutschland als nicht gefährdet einstufen zu lassen.“

Gegen die ungehinderte Verbreitung der Wölfe in Weidegebieten protestierten am Sonnabend mehr als 300 Menschen in Stadland (Kreis Wesermarsch). Wölfe in der Küstenregion seien nicht vereinbar mit der Weidehaltung, sagte der Geschäftsführer der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland, Manfred Ostendorf. Auch Politik und Gesellschaft trügen Verantwortung, wenn Hunderttausende Rinder oder Tausende von Schafen im Stall bleiben müssten. Dann werde es keine Weidemilch mehr geben.

Auch der Bauernverband „Landvolk“ forderte eine Abkehr vom strengen Schutzstatus. „Die Wölfe dürfen sich unbehelligt ausbreiten, die Sorgen unserer Tierhalter und der dörflichen Bevölkerung werden nicht ernstgenommen. Das darf so nicht weitergehen“, erklärte Vizepräsident Jörn Ehlers.

Umweltminister Lies hatte sich jüngst für eine Obergrenze für Wölfe in Niedersachsen ausgesprochen. Er kann sich Abschussquoten wie in Frankreich vorstellen. Dort dürften bis zu 50 Tiere im Jahr getötet werden. 

Niedersächsische Tierhalter haben in diesem Jahr bisher mehr mutmaßliche Wolfsrisse gemeldet als in den ersten Monaten des Jahres 2017. Bis Ende März mussten Behörden in 51 Fällen von toten oder verletzten Nutztieren überprüfen, ob ein Wolf die Tiere tot biss. 2017 waren in diesem Zeitraum 37 Fälle gemeldet worden.

Für das gesamte vergangene Jahr verzeichnete die Landesjägerschaft 158 Angriffsfälle mit 402 getöteten Nutztieren. Nach Angaben der Landesjägerschaft streifen derzeit rund 150 Wölfe durch niedersächsische Wälder.

Von Marco Seng

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