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Bundeswehr-Reform

McAllister rechnet mit Kasernen-Schließungen

Auch in Niedersachsen wird es wohl zu Kasernen-Schließungen kommen. Ministerpräsident David McAllister weiß im Zuge der Bundeswehr-Reform zwar noch nicht, inwieweit Niedersachsen betroffen sein wird, rechnet aber mit dem Aus für Bundeswehr-Standorte.
McAllister, der ein Befürworter der Wehrpflicht ist, forderte eine gründliche Debatte in der Partei über eine Reform.

McAllister, der ein Befürworter der Wehrpflicht ist, forderte eine gründliche Debatte in der Partei über eine Reform.

© dpa

Im Zuge der anstehenden Bundeswehr-Reform rechnet der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) mit Kasernen-Schließungen auch in Niedersachsen. Außerdem rüttelt eine Abkehr von der Wehrpflicht, die Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenburg (CSU) anstrebt, aus Sicht des CDU-Landeschefs an Grundüberzeugungen der Union.

„Es wird zwangsläufig zu Standortschließungen der Bundeswehr in Deutschland kommen. Inwieweit Niedersachsen betroffen sein wird, kann derzeit noch keiner beurteilen“, sagte der Regierungschef der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. „Niedersachsen darf aber nicht überproportional von Standortschließungen betroffen sein. Niedersachsen will und muss Bundeswehr-Land bleiben.“

Er sehe aber auch gute Chancen, dass etwa der große Heeres-Standort in Munster gestärkt werde, sagte McAllister. „Möglicherweise können gepanzerte Einheiten dort konzentriert werden.“ Mit einer ersten Unterrichtung über das Reformkonzept von Verteidigungsminister zu Guttenberg rechnet er in diesem Herbst.

McAllister, der ein Befürworter der Wehrpflicht ist, forderte eine gründliche Debatte in der Partei über eine Reform. „Die CDU war seit 1955 die Partei der Wehrpflicht und des Zivilen Ersatzdienstes. So etwas zu verändern, wäre schon eine Kursveränderung.“ Er bedauere auch die Verkürzung der Wehrpflicht. „Das war ein Preis, der dem Koalitionspartner FDP geschuldet war.“

„Bild“: Heer behält nur drei Panzerbataillone

Bei der Verkleinerung der Bundeswehr soll nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Montag) vor allem das Heer bluten. Die größte Teilstreitkraft der Bundeswehr solle um 40 000 auf 54 500 Mann verkleinert werden, schreibt das Blatt unter Berufung auf Pläne des Verteidigungsministeriums. „Die Truppe behält nur noch drei Panzerbataillone (mit jeweils 44 Leopard-II-Panzern) und zwei Artilleriebataillone“, schreibt „Bild“. Dazu kämen knapp 2000 Soldaten eines Fallschirmjäger-Regiments. Die Transporthubschrauber des Typs CH-53 solle das Heer an die Luftwaffe abgeben.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg legt heute (Montag) den Experten der Koalitionsfraktionen seine Pläne für einen tiefgreifenden Umbau der Bundeswehr vor. Der CSU-Politiker wird mehrere Modelle präsentieren und seine Präferenz für eines davon deutlich machen. Dem Vernehmen nach favorisiert Guttenberg ein Aussetzen der Wehrpflicht und die Verkleinerung der Bundeswehr von gut 250 000 auf 165 000 bis 170 000 Soldaten. Der bisherige Wehrdienst soll durch einen Freiwilligendienst ersetzt werden.

dpa


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