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Niedersachsen Minister Meyer will die Sau rauslassen
Nachrichten Politik Niedersachsen Minister Meyer will die Sau rauslassen
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20:43 27.03.2017
Landwirte fordern den Minister Meyer auf, das Höfesterben zu stoppen. Quelle: dpa
Hannover

Durch die Abschaffung der engen Käfige soll verhindert werden, dass die Tiere sich in hormonell erregtem Zustand selbst verletzen beziehungsweise nach dem Abferkeln ihre Jungen erdrücken. „Wir wollen klar sagen, dass wir aus einem System herauswollen, wo eine Sau die Hälfte ihrer Lebenszeit in einem Kastenstand fixiert ist“, sagte Meyer. Zusammen mit sechs weiteren grünen Landwirtschaftsministern will er sich dafür bei der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern starkmachen, die am Mittwoch in Hannover beginnt.

Geld für kleine Betriebe

Meyer will sich an Dänemark orientieren, wo die Sauen schon jetzt nur fünf bis zehn Tage nach der Besamung im Kastenstand stehen. Im Bio-Bereich ist das bereits jetzt auch in Deutschland üblich, die meisten Schweinezüchter müssten dafür aber ihre Ställe umbauen. Das will Meyer mit Fördergeldern unterstützen: „Damit wollen wir die Sau rauslassen.“

Außerdem will der Minister bei der Konferenz dafür werben, die Subventionierung der Landwirtschaft umzubauen, die derzeit größtenteils pro Hektar ausgezahlt wird. „Wir müssen die Mittel der EU stärker auf bäuerliche Familienbetriebe, Umwelt-, Gewässer- und Tierschutz konzentrieren, statt große Landbesitzer zu honorieren“, sagte der Minister. Das bedeutet, dass erste Hektare eines Betriebs stärker gefördert werden sollen, was kleinen Betrieben zugutekäme. Außerdem soll eine Milliarde Euro so umgeschichtet werden, dass Tierwohl und andere Leistungen belohnt werden. Meyer rechnet damit, dass es in der EU ab 2020 weniger Geld für die Landwirtschaft gibt, da mit Großbritannien ein Nettozahler die Union verlassen haben wird.

Demo vor Ministerium

Außerdem will Meyer den Milchviehhaltern helfen. Diese hätten allein in Niedersachsen durch den Preisverfall in den vergangenen zwei Jahren rund 2 Milliarden Euro Verlust gemacht. 4000 Milchbetriebe seien bundesweit verloren gegangen. Meyer fordert den Bund auf, sich auf EU-Ebene für eine flexible Mengensteuerung einzusetzen, um den Preis besser kontrollieren zu können.

Vor dem Ministerium demonstrierte die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) dafür, kleine Betriebe zu erhalten. „Wir wollen, dass das Höfesterben zum Stoppen kommt“, sagte Bundesgeschäftsführer Georg Janßen. Es müsse eine ökologische, aber auch eine soziale und strukturelle Perspektive geben. Meyer versprach den gut zwei Dutzend Demonstranten, sich bei der Konferenz dafür einzusetzen.

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