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Niedersachsen So haben die Niedersachsen abgestimmt
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01:12 16.10.2017
Wahlraum bei der Landtagswahl. Quelle: dpa

Niedersachsen kommt seit Sonntag deutlich roter daher. Man kann mit dem Auto vom südlichsten Zipfel des Landes bis auf die ostfriesischen Inseln im Nordwesten fahren, ohne auch nur einen CDU-Wahlkreis zu durchqueren – wenn man das rot-grün regierte Bremen zur Hilfe nimmt. Die SPD hat einige Wahlkreise von der CDU zurückgeholt. Dazu gehören etwa Seesen im Harz, Bramsche bei Osnabrück oder Wolfsburg. Etliche Wahlkreise hat die SPD aber auch neu hinzugewonnen, wie Delmenhorst etwa, oder – überraschend – Oldenburg Land.

Einige prominente CDU-Kandidaten mussten dabei lange um ihr Direktmandat zittern: Spitzenkandidat Bernd Althusmann konnte sich in Seevetal mit einem Vorsprung von 1,9 Prozentpunkten nur hauchdünn gegen den Neuling Tobias Handtke durchsetzen. Jens Nacke, derzeit Parlamentarischer Geschäftsführer im Landtag, lag im Ammerland nur 0,4 Prozentpunkte vor seiner Kontrahentin Freia Taeger. Besonders bitter für die CDU: Landtagsfraktionschef Björn Thümler zog in der Wesermarsch gegen Karin Logemann den Kürzeren. Er dürfte als Listenkandidat Nummer zwei dennoch wieder im Landtag sitzen. 

Der prominenteste Sozialdemokrat mit Direktmandat dürfte Innenminister Boris Pistorius sein. Er trat erstmals in Osnabrück an. Er kann mit seiner Lebensgefährtin Doris Schröder-Köpf feiern, die sich in Hannover-Döhren gegen Dirk ­Toepffer durchsetzte.

Sichere Hochburgen der CDU bleiben der Westen des Landes und die Strecke zwischen Hannover und Hamburg, wobei auch hier Verluste zu verzeichnen waren. Die CDU holte ihr stärkstes Ergebnis in Vechta mit 57,5 Prozent der Zweitstimmen, 0,1 Prozentpunkte weniger als 2013. Der stärkste SPD-Wahlkreis war erneut Emden/Norden mit 49,4 Prozent für die Sozialdemokraten, das waren noch einmal 3,0 Prozentpunkte mehr als 2013. Die Grünen kamen im Göttingen auf 20,2 Prozent - 2013 waren es dort noch 28,5 Prozent. Die FDP punktete am stärksten im Wahlkreis Oldenburg-Land (10,9 Prozent), die Linke in Hannover-Linden (13,7 Prozent), die AfD in Salzgitter (13,7 Prozent).

Grüne und FDP verlieren

Schon früh stand fest, dass die Grünen bei den Zweitstimmen herbe Verluste einfahren würden – um beinahe 5 Prozent bauten sie im Vergleich zur Wahl 2013 ab. Selbst in Hochburgen wie Oldenburg verloren sie Stimmen. Landesweit knapp 9 Prozent sind trotzdem das zweitbeste Ergebnis der Partei in Niedersachsen.

Die FDP konnte vom bundesweiten Aufwärtstrend der Liberalen nicht profitieren: 2013 hatte sie in einigen CDU-Hochburgen sogar zweistellige Ergebnisse eingefahren und war landesweit auf knapp 10 Prozent gekommen. Mit rund 7 Prozent büßte sie nun knapp ein Drittel der Stimmen wieder ein. Die SPD war in ihren Hochburgen in Ostfriesland stark, die CDU konnte im katholischen Westen reüssieren – dort schnitt die AfD, mit rund 6 Prozent wohl im Landtag, besonders schwach ab. Die Linke verpasst trotz Gewinnen den Einzug.

Das sind die Ergebnisse in den Wahlkreisen

Wie haben die einzelnen Wahlkreise in Niedersachsen gewählt? Hier finden Sie die Ergebnisse Erststimme, Zweitstimme und die Wahlkreisgewinner über die Erststimme.

Wahlbeteiligung in Niedersachsen steigt

Bei der niedersächsischen Landtagswahl haben 63,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Damit stieg die Beteiligung im Vergleich zur Wahl 2013 um rund vier Prozentpunkte an. Schon damals war die Wahlbeteiligung gestiegen. Etwas mehr als 3,8 Millionen Niedersachsen stimmten am Sonntag ab. Im Wahlkreis Springe war die Beteiligung mit 69,5 Prozent am höchsten, in Delmenhorst mit 52,6 Prozent am niedrigsten. Bei der Bundestagswahl vor drei Wochen hatte die Wahlbeteiligung in Niedersachsen noch bei 76,4 Prozent gelegen.

doe/frs/dpa

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