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Niedersachsen „Nicht nur Männer als Minister“
Nachrichten Politik Niedersachsen „Nicht nur Männer als Minister“
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00:18 30.11.2017
Marion Övermöhle-Mühlenbach. Quelle: Privat
Hannover

Der neuen Vorsitzenden des Landesfrauenrates Niedersachsen, Marion Övermöhle-Mühlenbach, gefällt die Zusammensetzung des Landeskabinetts nicht. Zu wenig Frauen, findet sie. Die HAZ sprach mit ihr.  

Frau Övermöhle-Mühlbach, sie haben als Landesfrauenrat bei der Einsetzung des neuen Landeskabinetts protestiert. Warum?

Weil es desaströs ist, wie die neue Landesregierung mit uns Frauen umgeht. Sowohl der SPD-Landesvorsitzende Stephan Weil als auch der CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann haben ihr Versprechen nicht gehalten, dass im Landeskabinett soviel Frauen wie Männer sitzen. Jetzt sitzen nur 4 Ministerinnen sechs Ministern gegenüber, dazu kommt der Ministerpräsident.

Aber Herr Weil weist gerne darauf hin, dass erstmals mit Gabi Andretta eine Präsidentin dem Landtag vorsteht und die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder auch eine Frau ist.

Das reicht nicht, denn in der CDU stellt weiter ein Mann den Fraktionsvorsitzenden. Bei der FDP übrigens auch. Und unter den Landtagsabgeordneten ist der Anteil mit knapp 28 Prozent so niedrig wie vor 20 Jahren. Das können wir doch so nicht akzeptieren.

Bei den Grünen ist die Reihenfolge bei Landtagsabgeordneten strikt quotiert, ein Mann, eine Frau, ein Neuling.

Bei den Grünen haut das mit den Frauen auch gut hin. Wir kommen also, wenn sich die Männer nicht an ihre Versprechen halten, um eine Quotierung nicht herum – in allen Parteien.

Der Frauenanteil ist im Laufe der Jahre im Landtag sogar zurückgegangen. Woran liegt es? Ist die Landespolitik zu langweilig oder setzen sich die Männer einfach durch, wenn sie nicht durch Quoten gestoppt werden?

Ich glaube, es liegt schlicht auch daran, dass Frauen in der Phase zwischen 25 und 40 Kinder kriegen, ihren Berufsabschluss machen und viel stärker gefordert sind als Männer. Deshalb fehlen in diesem Alter Frauen als Bewerberinnen auf Posten – und das wirkt sich dann aus. Bei Frauen ab 40, die alles in Sack und Tüten haben, ist die Förderung in den Parteien einfach schlecht.

Was kann „man“ machen, damit sich das ändert?

Na, beispielsweise die Quote einführen und an sich arbeiten. Es ist einfach ein Männerproblem, dass sie Macht nicht gern abgeben.

Was fordert der Landesfrauenrat für die Zukunft? 

Dass etwa das Landesgleichstellungsgesetz verabschiedet wird, mit dem es etwa mehr Genderbeauftragte gibt. Frauen müssen in der Besetzung von Gremien- und Aufsichtsräten berücksichtigt werden. Da gibt es eine ganze Latte von Forderungen.

Sie selbst sind in der CDU aktiv. Haben Sie Ihrem Landesvorsitzenden nicht ins Gewissen geredet? 

Doch, wir haben ihn angeschrieben. Es wird Anfang des Jahres einen Termin mit ihm geben.

Glauben Sie, dass er danach das Kabinett umbilden wird?

(Lacht). Nein, das nicht. Aber miteinander reden werden wir dennoch. Wir Frauen lassen nicht locker. Das Reißverschlussverfahren muss kommen. Ein Mann, eine Frau, ein Mann, eine Frau. Oder umgekehrt.

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