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Niedersachsen Modellversuch gescheitert: Land stoppt Hygienesiegel für Gastronomie
Nachrichten Politik Niedersachsen Modellversuch gescheitert: Land stoppt Hygienesiegel für Gastronomie
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11:16 07.03.2018
Blick in eine Backstube. Quelle: dpa-Zentralbild
Hannover

 Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) stoppt das im vergangenen Jahr probeweise in Hannover und Braunschweig eingeführte Hygienebarometer. Der auf sechs Monate angelegte Modellversuch für ein amtliches Hygienesiegel in der Gastronomie war zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis gekommen: Nur 4 Prozent der mehr als tausend kontrollierten Betriebe hat anschließend das DIN-A-4-Blatt mit dem Ergebnis in ihr Schaufenster gehängt – zu wenig: „Eine Ausweitung des Hygienebarometers auf ganz Niedersachsen lässt keine neuen Erkenntnisse erwarten, und wir streben es daher nicht an“, sagte Otte-Kinast der HAZ.

Zweifel am Nutzen

Der frühere Agrarminister Christian Meyer (Grüne) hatte die eine sechsmonatige Testphase in Braunschweig und Hannover im vergangenen April gestartet. Die Idee: Verbraucher sollen auf den ersten Blick erkennen, ob das Restaurant, der Bäcker, die Eisdiele sauber ist. Meyer wollte Bewertungsportalen im Internet ein amtliches Qualitätssiegel entgegenstellen. Der Aushang sollte freiwillig sein.

Doch der Nutzen des Barometers war von Beginn an angezweifelt worden. Der Aushang sei zu kompliziert, wenig aussagekräftig und daher nicht verbraucherfreundlich. Statt einer klaren Kennzeichnung, wie etwa in einer Ampel, zeigt beim Barometer ein Pfeil in einer bunten Grafik an, wo der Betrieb im Verhältnis zu anderen Unternehmen steht. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband lehnte das Hygienbarometer rundweg ab. Der Landkreis Celle sagte schon vor Beginn die Teilnahme an der Probephase wieder ab.

In Hannover kaum sichtbar

Die Praxis in Hannover hat die Befürchtung nun bestätigt. „Tatsächlich besteht bei den Lebensmittelbetrieben und auch bei den Verbrauchern wenig Interesse an der Hygienebeurteilung. Uns hat in den sechs Monaten der Pilotphase keine Nachfrage eines Verbrauchers erreicht“, teilt die Stadt mit. In Hannover wurde fast 1200 Betrieben eine solche Hygienebeurteilung ausgestellt, das Hygienebarometer ist aber so gut wie nicht sichtbar. Nur etwa 50 Gastronomen haben es laut Stadtverwaltung ausgehängt.

Dasselbe Bild in Braunschweig: „Die Erfahrung zeigt, dass von den Bürgern ein Aushängen der Ergebnisse nicht eingefordert wird, mit dem Ergebnis, dass kaum Ergebnisse ausgehängt werden und damit auch kein Nutzen für die Öffentlichkeit entsteht“, erklärte ein Stadtsprecher.

Auch NRW macht Schluss

Damit ist eine amtliche Hygienekennzeichnung für die Gastronomie in Niedersachsen vorerst vom Tisch. Auch in Nordrhein-Westfalen wird die von Rot-Grün eingeführte Hygieneampel demnächst wohl wieder abgeschafft: Ende März soll der Landtag entscheiden. Otte-Kinst will sich nun für ein bundeseinheitliches Hygienesiegel einsetzen „und hierzu auch den Dialog mit der neuen Bundesregierung suchen“. 

Von Karl Doeleke

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