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Niedersachsen Das ist Hildesheims neuer Bischof
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00:30 10.05.2018
Portraits neuer Bischof Pater Dr. Heiner Wilmer Quelle: Gossmann
Hannover

 Heiner Wilmer hat als Herz-Jesu-Priester schon in vielen Teilen dieser Welt gearbeitet, ist mit vielen Sprachen vertraut. Doch wenn der Emsländer Bauernsohn in emsländischem Platt loslegen kann, dann schwappt sogleich eine Welle von Herzlichkeit durch das bischöfliche Besuchszimmer in Hildesheim. Dann lacht der künftige Bischof mit den Presseleuten, die ihn mit Fragen bedrängen. Doch Wilmer, der mehrere Examina, einen Doktortitel und eine erstaunlich weitgespannte Berufsvita hinter sich hat, lässt sich bei der ersten Stippvisite an seinem künftigen Dienstsitz nicht bedrängen. Der Pater, der am 1. September zum neuen Bischof Hildesheims geweiht wird, ist dafür einfach zu gern unter Menschen.

Seiteneinsteiger als Bischof

Wenn nicht alles täuscht, dann steht dem Bistum Hildesheim ein kleiner Kulturwandel bevor. Denn der 56-jährige Wilmer hat nicht die klassische Bischofslaufbahn hinter sich, hat nicht die klassische Hierarchie vom Priester zum Dekan und zum Weihbischof durchlaufen, sondern ist eher ein Seiteneinsteiger. Ein Ordensmann, der sich bereits als Oberstufenschüler im Emsland für die Sache Christi begeistern ließ, als er auf ein Gymnasium wechselte, das sein späterer Orden betrieb.

Niemand in der Mittelstufe auf dem platten emsländischen Land hätte ihm wohl prophezeit, dass er es jemals so weit bringen würde. Denn Wilmer hatte als Schüler schon Probleme, das Wort „katholische Kirche“ auszusprechen, weil er furchtbar gestottert hat. Er hat, so berichtet er, fürchterliche Lehrer gehabt, die ihn diesen Mangel spüren ließen. Aber auch ganz fantastische, die ihm über diesen Mangel hinweghalfen. Etwa einen Lateinlehrer. Wilmer ist an seinem sprachlichen Mangel gewachsen. Er hat immer neue Ersatzbegriffe gefunden, die ihm halfen, über diese fürchterlichen K-Laute, die wie ein Kloß im Hals stecken blieben, hinwegzukommen. Er wurde fantasiereich. Und lernte. Und hat kurz vor dem Abitur nicht mehr gestottert.

In seinem Buch „Gott ist nicht nett“ hat der künftige Bischof diese Episode wie auch andere aus seinem Priesterleben beschrieben. In einer so flüssigen und anschaulichen Sprache, die für einen Doktor der Philosophie schon erstaunlich ist. Der Pater, der bald Bischof sein wird, führt das sprachliche Vermögen auch auf das Plattdeutsche zurück, in dem er zu Hause ist. Und dies habe ja auch viele Parallelen zum Hebräischen, in dem der erste Teil der Bibel geschrieben ist.

Leidenschaftlicher Pädagoge

Heiner Wilmer, der als Priester, Lehrer, Schulleiter, Ordensmanager und Seelsorger gearbeitet hat, wird am 1. September seinen neuen Dienst in Hildesheim antreten. Mit 56 Jahren ist er wesentlich jünger bei Amtsantritt als sein Vorgänger Norbert Trelle, der eher ein väterlicher Typ war. Wilmer ist leidenschaftlicher Pädagoge. Er hat, um sich auf seinen Schulleiterposten im Emsland vorzubereiten, ein paar Jahre in der New Yorker Bronx gearbeitet – auch heute noch für Weiße eine No-go-Area. Mit seinem Priestercollar ist er nicht unter die Räuber gefallen, auch wenn ihm manchmal angst und bange war. Ein bisschen Abenteuerlust sei auch dabei gewesen, erzählt er – und lacht.

Er hat etwas gezögert, bevor er den Ruf nach Hildesheim angenommen hat. Nicht weil Hildesheim nun gar nichts mit der Bronx zu tun hat, sondern aus Loyalität zu seinen Mitbrüdern vom Herz-Jesu-Orden, die ihn erst vor knapp drei Jahren unter 20 Kandidaten zu ihrem Generaloberen gewählt haben. „Das war schon ein Dilemma“, sagt er. Papst Franziskus hat ihm geholfen, dieses Dilemma zu lösen und dem Ruf nach Hildesheim zu folgen.

Im Hildesheimer Dom hat der künftige Bischof gestern vor allem die Jugendlichen angesprochen, die die Vorstellung des „Neuen“ verfolgten. Er wolle sich im August an drei Wochenenden mit Jugendlichen auf Pilgertour begeben, „damit ihr meine Lehrer seid“. Denn ein guter Lehrer könne nur sein, wer auch auf seine Schüler höre. Ein Teamarbeiter im Weinberg des Herrn.

Von Michael B. Berger

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