Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Niedersachsen Grüne wollen doch Online-Handel am Sonntag
Nachrichten Politik Niedersachsen Grüne wollen doch Online-Handel am Sonntag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 11.06.2017
Von Michael B. Berger
Screenshot vom selbstironischen Film der Landtagsabgeordneten der Grünen. Quelle: Grüne Niedersachsen
Hannover

Er dauert nur 45 Sekunden, ist ganz lustig und deutet eine Klarstellung an, die die Grünen noch vor ihrem Landesparteitag am Wochenende in Wolfenbüttel loswerden wollen: Das Internet soll doch nicht angehalten werden. Diese Botschaft vermittelt ein kurzes Filmchen, das die Grünen-Landtagsfraktion zum Thema Online-Shopping am heiligen Sonntag via Twitter ins Netz gestellt hat.

„Ich weiß, was du letzten Sonntag (im Internet) getan hast“, fängt das Video an - ganz im Ton einer Ermahnung, die nur von der läppischen Musik mit Hammond-Orgel im Hintergrund konterkariert wird. Und dann beichten einige grüne Landtagsabgeordnete gleich reihenweise ihre Shopping-Sünden. „Ich habe am Sonntag einen Flug bestellt, doch der wurde erst Mittwoch geliefert“, sagt der Abgeordnete Othmar von Holtz, während sich sein Kollege Volker Bajus eine „Zündkerze und einen Luftfilter“ für den Rasenmäher im Kleingarten bestellt hat: „Da komme ich in der Woche nicht dazu, da ist das Wochenende am besten.“ Und die Hannoveranerin Maarit Westphely schwärmt von „magnetischen Schnürsenkeln“, die sie am Sonntag für ihre Tochter bestellen will.

„Shop doch, wann du willst“, ist die Botschaft der Landtags-Grünen, die damit einer anderen Nachricht begegnen wollen, die diese Woche durch die gesamte Republik schwappte. Grünen-Landesvorsitzender Stefan Körner hatte einen Antrag vorgestellt, mit dem die Grünen den Online-Handel am Sonntag einschränken wollten, aber bei einigen Kritikern den Eindruck erweckt, dass die Grünen jetzt das Internet anhalten wollten - ein unmögliches Unterfangen, selbst für den Koalitionspartner einer rot-grünen Landesregierung. „Wir nehmen den Spott mit Humor: Es ging darum zu sagen, ihr könnt am Sonntag bestellen, was ihr wollt. Aber es muss nicht gleich am Sonntag auch verpackt werden“, sagt Meta Janssen-Kucz. In Wolfenbüttel werde der Landesvorstand diese Botschaft noch einmal klarer fassen, damit sie keiner missverstehen könne. „Es geht uns um den Schutz der Arbeitnehmer.“

So sieht es auch die Vorsitzende der Landtagsfraktion, Anja Piel, die dem ganzen Thema „eine ernsthafte Diskussion“ widmen möchte. „Wir sind mit unserem Anliegen ja bewusst missverstanden worden - und kontern jetzt mit Selbstironie.“ Da laufen einige Landtagsabgeordnete zu Hochform auf. Der Grünen-Haushaltsexperte Gerald Heere etwa gibt sich als Edel-Liberaler, der sagt, er bestelle sonntags beim Herrenausstatter, „wenn ich nicht arbeite oder Golf spiele“. Nur Sozialexperte Thomas Schremmer, der seit Jahren für die Legalisierung von Cannabis streitet, bleibt sich treu: „Solange es kein Gras zu bestellen gibt, ordere ich auch nicht sonntags.“


Warum durfte die niedersächsische Polizei beim Deutschsprachigen Islamkreis (DIK) in Hildesheim nicht eingreifen? Ein internes Papier bringt Innenminister Boris Pistorius (SPD) nun unter Druck.

08.06.2017

Einmal im Jahr veröffentlicht der Landesrechnungshof eklatante Fälle von Steuerverschwendung. Besonders in der Kritik steht diesmal Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz – wegen üppiger "Arbeitsessen", zu großer Dienstwagen und zu hoher Verwaltungskosten.

Michael B. Berger 07.06.2017

Damit der stationäre Handel bessere Chancen hat, wollen die Grünen in Niedersachsen den Online-Handel an Sonntagen einschränken. Es soll zwar möglich sein, sonntags zu bestellen, die Bearbeitung der Bestellung soll aber erst am Montag erfolgen. Das gehört zum Wahlprogramm der Grünen, über das Delegierte am Wochenende abstimmen.

07.06.2017