Olaf Glaeseker hat sich zu dem umstrittenen Promi-Treff Nord-Süd-Dialog geäußert.
Hannover. Mit kleinen Ausnahmen: Am Rande eines Fußballspiels haben ihn frühere Weggefährten jüngst getroffen und kurz mit ihm geredet. Interviews jedoch gibt Glaeseker nicht, er arbeitet an seiner Verteidigung. In der heutigen Ausgabe des „Spiegels“ ist nun von einem sieben Seiten langen Schreiben von Glaesekers Anwalt Guido Frings an die Staatsanwaltschaft in Hannover die Rede. Darin geht der Jurist auf einige Vorwürfe gegen Glaeseker als ehemaliger Regierungssprecher ein. Diese ranken sich vor allem um den „Nord-Süd-Dialog“ im Dezember 2009, eine große Party in Hannover mit Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Showgeschäft.
Veranstalter war der Eventmanager Manfred Schmidt, und Glaeseker wird vorgeworfen, bestechlich gewesen zu sein - er habe für Schmidt an der Organisation des „Nord-Süd-Dialog“ mitgewirkt und sich später von Schmidt in dessen Urlaubsdomizile einladen lassen.
Ein Vorwurf dreht sich um 44 Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), die damals als Servicekräfte eingesetzt wurden. Auf den Kosten von 5245 Euro sei die MHH sitzen geblieben, heißt es, und Glaeseker sei derjenige gewesen, der die Mitarbeiter geordert habe. Jetzt schreibt Frings, MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg selbst habe sich als Sponsor angedient. In einer E-Mail von Oktober 2009 habe Tecklenburg geschrieben, dass er vorgeschlagen habe, MHH-Servicekräfte könnten tätig werden. Frings wertet dies als Angebot eines Sponsoring über die kostenlose Bereitstellung von Personal.
Tecklenburg jedoch widerspricht der Darstellung. Er sagte am Sonntag, er habe zwar auf die MHH-Servicekräfte hingewiesen, dies aber nie als Zusage für ein Sponsoring gemeint.