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Frauen an der Universität

Frau Professor ist noch eine Minderheit

Frauen sind an den Universitäten noch die Minderheit, doch durch gezielte Förderung erhöht sich der Anteil. Niedersachsen ist dabei auf einem guten Weg.
„Viel für die Gleichstellung getan“: Ministerin Wanka (rechts) mit neuen Professorinnen.

„Viel für die Gleichstellung getan“: Ministerin Wanka (rechts) mit neuen Professorinnen.

© dpa

Hannover. Allein unter Männern – daran ist Susanne Steiner gewöhnt. Schon lange. Bereits als junge Frau hat sie mit Begeisterung erste Großrechner mit Lochkarten programmiert. Damals reine Männersache. Und auch privat weiß sie sich als Schachspielerin in sogenannten Männerdomänen zu bewegen. Heute ist Steiner Professorin für Fahrzeugtechnik an der Ostfalia, der Hochschule für angewandte Wissenschaft in Wolfsburg. Auch hier ist die zweifache Mutter von Kollegen und Studenten umgeben. „Es ist nicht leicht in einer Männerdomäne, da ist es gut, wenn man Unterstützung hat“, sagt Steiner. Die hat sie durch ein Förderprogramm erfahren, ohne das die erfolgreiche Informatikerin nie aus der Wirtschaft in die Wissenschaft gewechselt wäre.

Mehr als ein Drittel der im vergangenen Jahr in Niedersachsen berufenen Hochschullehrer waren Frauen. Auch in den niedersächsischen Hochschulräten sind Frauen mit einem Anteil von 40 Prozent im Bundesvergleich weit überdurchschnittlich vertreten. Dazu beigetragen hat die Beteiligung der Hochschulen an dem von Bund und Ländern 2007 gestarteten Professorinnenprogramm, mit dem von insgesamt 260 neu geschaffenen Stellen allein 34 in Niedersachsen aufgebaut werden konnten. Damit liegt der Frauenanteil landesweit bei 23,6 Prozent, im Bund sind es 19,2 Prozent. Das noch dieses Jahr laufende Programm soll noch mehr Professorinnen in den Universitäten etablieren. Es ist mit 150 Millionen Euro ausgestattet, wovon der Bund einen Anteil von 75 Millionen Euro trägt. Länder und Hochschulen finanzieren den anderen Teil, Niedersachsens gibt 5,1 Millionen Euro.

Das Fazit der ersten fünf Jahre fällt aus Sicht der Ministerin positiv aus. „Niedersachsen hat viel für die Gleichstellung getan“, sagte Wissenschaftsministerin Johanna Wanka bei einem Erfahrungsaustausch am Montag in Hannover. Bei dem Treffen war die Quote an habilitierten Frauen überdurchschnittlich hoch. Doch bundesweit liegt die jährliche Steigerung an Professorinnen bei 0,7 Prozent. Das reiche nicht, sagte die Ministerin: „Dynamik sieht anders aus.“ Deshalb plädiert sie für eine Fortsetzung des Programms, grünes Licht vom Bund gibt es dafür allerdings noch nicht. Ärgerlich sei, so Wanka, dass einige finanzstarke Länder, die sich weniger engagiert hätten, jetzt versuchten, die guten Frauen aus Niedersachsen abzuwerben.

Doch nicht alle finden das Programm nur hilfreich. Teilweise fehle es an qualifizierten Bewerberinnen oder bei den Berufungsverfahren zur Professur hätten Männer dann nicht die gleichen Chancen wie Frauen, hieß es in der Diskussion.

Heike Mansen


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