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Niedersachsen Weil und Meister wollen am Reformationstag festhalten
Nachrichten Politik Niedersachsen Weil und Meister wollen am Reformationstag festhalten
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00:15 09.01.2018
Der Abt des Klosters Loccum, Horst Hirschler (v.l.), der Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der Landesbischof Ralf Meister während des Epiphanias-Empfang der Evangelisch-lutherischen Landeskirche im Kloster in Rehburg-Loccum. Quelle: dpa
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Kloster Loccum

 Mit dem Epiphanias-Empfang am 6. Januar im Kloster Loccum bei Bad Rehburg wird in Niedersachsen die politische Saison eröffnet, denn hier empfängt die hannoversche Landeskirche seit 68 Jahren die „Notabeln“ des Landes, die Spitzen des Landes. Zur Saisoneröffnung dieses Jahr rauschte fast das gesamte Kabinett der neuen rot-schwarzen Regierung in dem beschaulichen Ort an, die CDU war mit ihrer gesamten Ministerriege vertreten, während die SPD zahlenmäßig leicht schwächelte. Aber das macht nichts, denn bei dem Empfang redet –neben dem Landesbischof und dem Abt des Klosters – stets nur der Ministerpräsident. Der Sozialdemokrat Stephan Weil, der bereits zum 5. Mal hier als Ministerpräsident auftrat, sagte, der Empfang gehöre bei ihm schon zu seinem Biorhythmus. Weil nutzte seine Rede auch zu einer kurzen Stellungnahme zu einem Thema, das in Niedersachsen derzeit für Kontroversen sorgt – der von der Großen Koalition geplante zusätzliche Feiertag.  Der Regierungschef plädierte erneut für den Reformationstag, ebenso wie Hannovers Landesbischof Ralf Meister.

Dabei haben sowohl die jüdischen Gemeinden als auch die katholische Kirche Bedenken gegen den Plan geäußert, den Reformationstag am 31. Oktober  zum neuen Feiertag zu machen. Die Katholiken argumentieren, ein Tag der die konfessionelle Trennung markiere, eigne sich schlecht für einen Feiertag, der auch die Zusammenarbeit der Religionen fördern soll. Die Jüdischen Gemeinden haben vor allem die antisemitischen Predigten noch im Ohr, die der Reformator Martin Luther in der Spätphase seines Wirkens hielt.

Weil hielt dem in seiner Rede entgegen, wie selbstbewusst aber auch selbstkritisch die evangelischen Kirchen im vergangenen Jahr das 500-jährige Bestehen der Reformation gefeiert haben. „das schloss auch eine Auseinandersetzung mit den antisemitischen Ausfällen Luthers mit ein“.  Dies sage er  „aus aktuellem Anlass“, meinte Weil. Gerade im Sinne einer guten Zusammenarbeit der Religionen sei der Reformationstag  „ein gut vorstellbarer Anlass für einen gesetzlichen Feiertag“.

Auch Landesbischof Meister will angesichts der Proteste nicht einfach vom Reformationstag lassen. „Der Reformationstag ist keine Martin-Luther-Verehrung. Wir dürfen nicht ignorieren, welche Arbeit die evangelische Kirche in den vergangenen Jahrzehnten hier geleistet hat“, sagte Meister an die Adresse Michael Fürsts vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden, der bei dem Loccumer Empfang auch am Bischofstisch saß. Meister kündigte weitere Gespräche zu dem Thema an, das in den Fraktionen des Niedersächsischen Landtages erst noch diskutiert werden muss.

Vehement warb in seinem Schlusswort auch der frühere Landesbischof und Abt des Klosters Loccum, Horst Hirschler, dafür, den Reformationstag nicht einfach fallen zu lassen. Luther sei wesentlich vielschichter, wie das Reformationsjubiläum gezeigt habe. „So einen lebensvollen und -lustigen Tag kann man nicht einfach aufgeben.“ Hirschlers katholische und jüdische Gäste staunten ein wenig über die auch launigen Einlassungen des Abtes.

 Erstmals fand der Empfang nicht im Refektorium des Klosters statt, sondern in der Klosterkirche selbst. Der Grund sind Umbauarbeiten. Das Kloster wird umfangreich saniert, weil das bisher hier arbeitende Predigerseminar zu einer Ausbildungsstätte für alle Landeskirchen in Niedersachsen ausgebaut wird. Meister sagte launig, die größte Sorge sei gewesen, die Kirche bei möglichen Minusgraden auch warm zu bekommen. Doch das Klima war gnädig zu der Veranstaltung in der Kirche, in deren Seitenschiff diesmal Kaffee und der traditionelle Loccumer Butterkuchen gereicht wurde. Besonders großen Beifall erhielt das Posaunenensemble „Junges Blech“ aus Hannover, das in der alten Zisterzienserkirche eine große Wirkung entfaltete.

Von Michael B. Berger

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