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Spitzentreffen der freundschaftlichen Art

Diskussion über Schulpolitik der Zukunft

Undogmatisch im Umgang: Kultusminister Bernd Althusmann diskutierte am Dienstag mit GEW-Chef Eberhard Brandt fast freundschaftlich über die Schulpolitik der Zukunft – Mittwoch sind Kommunalverbände an der Reihe.
Zwischen Kultusminister Bernd Althusmann (Bild) und GEW-Chef Eberhard Brandt herrschte ein freundschaftlicher Ton.

Zwischen Kultusminister Bernd Althusmann (Bild) und GEW-Chef Eberhard Brandt herrschte ein freundschaftlicher Ton.

© dpa

Vor einem halben Jahr noch wäre so ein Treffen undenkbar gewesen: Kultusminister Bernd Althusmann hat am Dienstagabend auf Einladung der CDU mit Eberhard Brandt, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), beinahe freundschaftlich über die Schulpolitik der Zukunft diskutiert.

Zwischen Althusmanns Vorgängerin Elisabeth Heister-Neumann und Brandt war der Ton deutlich rauer gewesen. Kein Wunder, hatte doch die Landesschulbehörde im vergangenen Jahr ein Disziplinarverfahren gegen den GEW-Chef angestrengt, weil er angeblich seiner Unterrichtsverpflichtung als Lehrer an einer Wolfsburger Gesamtschule nicht nachgekommen war. Am Ende verliefen die Ermittlungen zwar im Sande, was blieb, war ein nachhaltig unterkühltes Verhältnis zwischen Lehrergewerkschaft und dem Kultusministerium.

Jetzt weht ein ungleich herzlicherer Wind. Die unkompliziert-pragmatische Art des neuen Ministers kommt an – nicht nur bei den Bildungsverbänden, sondern auch bei der Opposition, auch wenn SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Schostok am Dienstag in Hannover meinte: „Die SPD ist das Original, die CDU kopiert unsere Reformvorschläge nur.“ Das sozialdemokratische Konzept für eine gute Schule haben Schostok und Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt am Dienstag an drei Vertreter der kommunalen Spitzenverbände überreicht. Es gelte keine Schulformen abzuschaffen, weder Hauptschulen noch Gymnasien. „Gesamtschulen soll es überall da geben, wo Eltern und Schulträger dies wünschen“, sagte Heiligenstadt. Die Kinder sollten mehr Zeit zum Lernen haben, das Abitur sollte – je nach Wunsch – nach zwölf oder 13 Jahren abgelegt werden können. Statt freiwilliger Ganztagsschulen mit Angeboten an drei Nachmittagen sollte es echte verpflichtende Ganztagsschulen mit Vor- und Nachmittagsunterricht geben. Zudem bräuchten alle Schulen, nicht nur die Hauptschulen, Sozialarbeiter, die vom Land bezahlt werden.

„Unsere Forderungen lassen sich in zwei Worten zusammenfassen“, sagte der Osteroder Landrat Bernhard Reuter, „mehr Flexibilität“. Angesichts sinkender Schülerzahlen von 20 bis 40 Prozent in den nächsten 15 Jahren müsse über flexiblere Lösungen nachgedacht werden. Reuter schlug die Bildung von integrierten Haupt- und Realschulen vor: „Die organisatorische Zusammenlegung reicht nicht aus.“

Nur Gemeinden, die für Schüler den Weg zum Abitur vorhielten, hätten eine Überlebenschance, sagte Heiger Scholz vom Städte- und Gemeindebund. Dies müsse aber nicht unbedingt ein gymnasiales Angebot sein.

Am Mittwoch treffen sich die Kommunalverbände mit Kultusminister Althusmann, um erneut über die Schulstruktur der Zukunft zu debattieren.

[Saskia Döhner]

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