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Niedersachsen Bedenken gegen neuen Feiertag am Reformationstag
Nachrichten Politik Niedersachsen Bedenken gegen neuen Feiertag am Reformationstag
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00:16 07.01.2018
Im vergangenen Jahr war der 31. Oktober bereits arbeitsfrei. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil möchte den Reformationstag dauerhaft zum Feiertag machen. Doch gegen dieses Datum regt sich Widerstand in Niedersachsen . Quelle: dpa
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Hannover

 Noch kurz vor Weihnachten hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den Reformationstag als seinen künftigen Wunsch-Feiertag erklärt.  Dass Niedersachsen, einen zusätzlichen arbeitsfreien  Tag bekommt, ist in der Großen Koalition beschlossene Sache.  Doch ob ausgerechnet mit dem 31. Oktober der Reformationstag künftig der zehnte gesetzliche Feiertag in Niedersachsen wird, wie der Ministerpräsident und Hannovers Landesbischof Ralf Meister es wünschen, ist offen. Denn kurz nach dem Jahreswechsel regt sich heftiger Widerstand gegen dieses Datum – ausgerechnet in religiösen Kreisen.

In einem Brandbrief, der an alle Abgeordneten des Landtages gerichtet ist, wendet sich der Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, jetzt heftig gegen diesen Tag als neuen Feiertag.  Er hielte eine solche Entscheidung  „nicht nur für fehlerhaft, sondern für untragbar“, schreibt Fürst und weist auf die antisemitischen Ausfälle des Reformators Martin Luther hin. Fürst wirft Weil und auch dem evangelischen Landesbischof Meister vor, die Bedenken der Jüdischen Gemeinden nicht ernstzunehmen. Doch auch vom kirchlichen Gegenüber der Protestanten, den Katholiken, regt sich Widerstand gegen den Reformationstag. „Die Diskussion wird im Augenblick geführt, ohne dass ein ernsthaftes Gespräch mit den Religionsgemeinschaften stattgefunden hat“, kritisiert Prälat Felix Bernard, der die Interessen der katholischen Bistümer in Niedersachsen vertritt. Dies sei „ungeschickt“. Bernhard macht keinen Hehl daraus, dass er den Reformationstag mit großer Skepsis verfolgt. „Warum nimmt man nicht den Buß-und-Bettag, auch ein protestantischer Tag, mit dem aber alle Religionen etwas anfangen können?“ Denn der Tag sollte die Religionen zusammenführungen und nicht historische Trennungen symbolisieren.

„Voraussetzung für die Einführung eines neuen Feiertages bleibt für mich ein Gespräch mit den Kirchen und der Wirtschaft“, sagt Bernd Althusmann, CDU-Landesvorsitzender und Wirtschaftsminister. Dass Luther ein Mann mit Licht und Schatten gewesen ist, sei bekannt.  „Ich sehe allerdings keinen Anlass, den Reformationstag von vorneherein infrage zu stellen“, betont Althusmann, der sich schon früh für diesen Feiertag ausgesprochen hat. In der SPD ist man auch nicht bereit, den Reformationstag aufgrund des Einspruchs von jüdischer Seite als zusätzlichen Feiertag jetzt einfach zu streichen. „Ich empfehle, die Emotionen herunterzufahren“, sagt Ulrich Watermann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion. Man werde in einer Anhörung alle Einwände erörtern.

Ungeschicktes Verhalten wirft der Großen Koalition in der Feiertagsfrage FDP-Chef Stefan Birkner vor. „Stephan Weil versucht den Feiertag zu instrumentalisieren, um sein Wahlversprechen einzulösen“, sagt Birkner, der dem ganzen Vorhaben ohnehin skeptisch gegenübersteht. Vielleicht, sagt die Grüne Anja Piel, sollte man von vorneherein einen säkularen Feiertag nehmen, „um den sich alle versammeln können“.

Von Michael B. Berger

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