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Niedersachsen Althusmann wirft Grünen „Gauland-Rhetorik“ vor
Nachrichten Politik Niedersachsen Althusmann wirft Grünen „Gauland-Rhetorik“ vor
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21:34 27.09.2017
Mit Bernd Althusmann in Hildesheim: Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: Clemens Heidrich
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Hildesheim

Nur drei Tage nach der Bundestagswahl muss Angela Merkel schon wieder in den Wahlkampf. Dabei stehen in Berlin schwierige Gespräche über die Bildung einer Jamaika-Koalition an - die Kanzlerin hätte also Besseres zu tun, als in einer zugigen Halle in Hildesheim in die Bütt zu steigen. Doch am 15. Oktober wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Und mit Merkels Auftritt hat die Landes-CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Bernd Althusmann gestern Abend die heiße Phase des Landtagswahlkampfs eröffnet.

Die mehr als 2000 Gäste stehen auf und applaudieren, als Merkel den Saal am Hildesheimer Flughafen betritt. Fünfmal wird die Kanzlerin in den kommenden zweieinhalb Wochen nach Niedersachsen kommen, um Althusmann gegen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu unterstützen. Hier, im Gegensatz zum Osten, bringt sie Stimmung in den Saal.

Nach den für die CDU in diesem Jahr erfolgreichen Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sollten die Niedersachsen „doch auch etwas Schönes haben“, sagt die Kanzlerin, und der Saal jubelt. Die Verluste der Union bei der Bundestagswahl vor drei Tagen, die inneren Konflikte mit einer vom Wähler abgestraften CSU scheinen vergessen.

Der Stimmungspegel steigt, als Jeffrey Söderblum auftritt, der „Es geht voran“, den Wahlkampfsong Althusmanns präsentiert. „Liebe Freunde, dieser Song hat etwas sehr Symbolisches. Diese Interimsregierung in Hannover muss abgelöst werden. An uns vorbei darf keine Regierung gebildet werden“, ruft Althusmann. „Ist hier irgendwer im Saal, der Rot-Grün will? Der möge aufstehen, ich merke mir Gesichter.“ Das Publikum johlt.

Die Halle 39 ist auch Merkel-Boden, denn der Dank, den Merkel der CDU-Niedersachsen ausrichtet, wird mit warmem Beifall erwidert. Sie betont, dass die SPD auch die Wahl verloren habe, weil es ihr an ökonomischer Kompetenz mangele. Als Kronzeugen für diese Haltung führt sie ihren Vorgänger im Bundeskanzleramt an, Gerhard Schröder: "Der kennt Niedersachsen besonders gut." Merkel warnt davor, Deutschland schlecht zu reden, so zu tun, als habe jede Schule "ein tropfendes Dach und Toiletten, auf die man nicht gehen kann - das entspricht auch nicht der Realität".

Großen Beifall gibt es, als sie über die rot-grüne Innenpolitik in Niedersachsen lästert, wo erst eine Beschwerdestelle eingerichtet worden sei. "Auch dass man Pyrotechnik in den Stadien erlauben will, kann man außerhalb Niedersachsens niemanden erklären", spottet sie über entsprechende Äußerungen des Landesinnenministers Boris Pistorius. Um "sturmfest und erdverwachsen" bleiben zu können, müssten die Niedersachsen viel mehr investieren - und sich gegenüber den Landwirten nicht mit "permanenter Gängelung" begegnen. Deshalb müsse es zu einem Wechsel in Niedersachsen kommen. Zumindestens in Halle 39 widerspricht niemand. Kandidat Althusmann merkt sich auch jedes Gesicht.

Von Michael B. Berger und Doris Heimann

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