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Niedersachsen Kein Verständnis für das Fremde
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00:30 16.05.2018
Diskussion der AfD über den Islam mit Wolf-Dieter Ahmed Arias (r.), Islamrat, und Hans-Thomas Tillschneider (l.), MdL - Moderator Peer Lilienthal (AfD, m.). Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Mit öffentlichen Diskussionsrunden will sich die AfD-Landtagsfraktion in den öffentlichen Dialog mit den Bürgern begeben. Den Anfang setzte am Sonntagabend im Restaurant im Leinschloss ein Podiumsgespräch zum Thema Islam. Auf dem Podium saßen der fast 80-jährige Mitgründer des deutschen Islamrates, Wolf Dieter Ahmed Aries, und der sächsische-anhaltinische Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider. Tillschneider gehört als Sprecher der sogenannten Patriotischen Plattform zum rechten Rand seiner Partei und pflegt enge Kontakte zur identitären Bewegung. Tillschneider ist habilitierter Islamwissenschaftler. Er sieht sich aber lieber als Orientalist, denn, so sagte er Hannover: „Der Orientalist ist ein Fachmann für das Fremde, aber das setzt voraus, dass das Fremde das bleibt, was es ist: Fremd.“

Das Publikum mag radikale Töne

Aries selbst bezeichnete sich als preußisch-deutschen Moslem. Er warb freundlich  für eine differenzierte Betrachtung des Islam und führte viele Konflikte in und mit arabischen Ländern auch auf die koloniale Vergangenheit Europas zurück. Auch er sei nicht immer begeistert, wie seine arabischen Freunde dächten und handelten, sagte Aries. Aber man dürfe sich nicht nur am Mehrheits-Islam orientieren: „Es gibt nicht den einen Islam.“ Anfangs verlief die Diskussion auf einem recht hohen Niveau, verflachte aber zusehends.

Denn bei der Zuhörerschaft – knapp hundert Gäste waren im Leineschloss erschienen - verfingen die eher milden Töne des praktizierenden Moslems und Gelehrten Aries kaum. So warb Aries etwa für den Abschluss von Staatsverträgen mit den Moslems, zumindestens mit Gruppen wie der Schura, auch um den „vagabundierenden“ Islamismus einzuhegen. Tillschneider hingegen bezeichnete vor allem die von der türkischen Religionsbehörde unterstützten Ditib-Moscheen als „gefährlich“, warb dafür, „den Hinterhof-Islam auszutrocknen“ anstatt  von Staats wegen islamischen Religionsunterricht zu organisieren. „Islamverbandsfunktionäre sind genauso gefährlich wie Terroristen“, behauptete Tillschneider: „Vielleicht sogar noch gefährlicher, weil Ditib-Funktionäre hier Stützpunkte für die Erdogan-Türkei ausbauen.“ Das Publikum quittierte solche radikalen Sätze mit Beifall und erregte sich eher über Aries’ Einschätzung, man könne auch die Integration der in Deutschland in den letzten Jahren eingewanderten Muslime schaffen. Denn das habe auch das Preußen Friedrich des Großen mit den Hugenotten geschafft. „Der verniedlicht doch alles“, riefen einige Zuhörer. 

Moderator Peer Lilienthal, AfD-Landtagsabgeordneter in Hannover, sagte dem moslemischen Gast etwas gönnerhaft: „Ich nehme Ihnen ab, dass Sie für sich so etwas wie einen vernunftbegabten Islam entwickelt haben.“

Von Michael B. Berger

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