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Niedersachsen Kammer fordert strengere Regeln für ausländische Ärzte 
Nachrichten Politik Niedersachsen Kammer fordert strengere Regeln für ausländische Ärzte 
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00:16 08.01.2018
Ausländische Ärzte sollen künftig in Deutschland nur arbeiten dürfen, wenn sie das deutsche Staatsexamen besitzen. Quelle: Bernd Weissbrod
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Hannover

Ausländische Ärzte sollen künftig in Deutschland nur arbeiten dürfen, wenn sie das deutsche Staatsexamen besitzen – ungeachtet vorheriger Ausbildungen. Diese Forderung hat jetzt Martina Wenker, Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer, erhoben. „Nur diejenigen, die das deutsche Examen erfolgreich absolviert haben, können eine ärztliche Versorgung auf dem gewohnt hohen Qualitätsniveau sicherstellen“, sagte Wenker am Freitag. Diese Forderung betrifft faktisch nur Mediziner aus Staaten, die nicht der Europäischen Union angehören. Innerhalb der EU genießen Arbeitnehmer Niederlassungsfreiheit, die Anerkennung eines Studiums ist nur Formsache. 

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) lehnt dagegen verschärfte Zulassungsregeln ab. „Aufgrund des Bedarfs an Ärzten ist die Integration ausländischer Mediziner von großer Bedeutung“, sagte Reimann der HAZ. Bereits jetzt sei geregelt, dass nur Ärzte zugelassen würden, die qualifiziert seien. Die Forderung von Wenker gehe weit über den rechtlichen Rahmen hinaus, auch die Bundesregierung halte die Regeln zur Anerkennung von Heilberufen für gelungen.  In Niedersachsen wächst die Zahl ausländischer Ärzte, derzeit sind es knapp 4600, ein Siebtel aller hier praktizierenden Mediziner. Vor vier Jahren waren es 4000 Ärzte. 

529 Zulassungen 2016 erteilt

Ärzte etwa aus Osteuropa, Nordafrika und arabischen Ländern werden schon bisher auf ihre Befähigung geprüft. Beim Niedersächsischen Zweckverband zur Approbationserteilung müssen Mediziner ein mindestens sechsjähriges Studium der Humanwissenschaften mit praktischer Ausbildung nachweisen – wobei der  Verband kontrolliert, ob die Lehrpläne dem Niveau deutscher Universitäten entsprochen haben. Falls nicht, hat der Kandidat Gelegenheit, eine Prüfung zu absolvieren. Außerdem werden fachspezifische Deutschkenntnisse geprüft. 2016 erteilte der Verband 529 Zulassungen und 775 befristete Berufserlaubnisse.

Wenker reicht dieses Verfahren nicht, um zum Schutz der Patienten zu einer sicheren Entscheidung zu kommen. Weil es in jedem Bundesland unterschiedliche Bestimmungen gibt, fordert sie mit dem Staatsexamen ein einheitliches Qualitätsmerkmal. Dabei müsse nicht erneut ein komplettes Studium absolviert, sondern, nach einer Vorbereitungszeit, die Prüfung bestanden werden. 

„Die Ressource Arzt wird verknappt“

Ein Branchenkenner warnt, die Umsetzung des Vorschlags würde den Ärztemangel verschärfen: „Die Ressource Arzt wird verknappt, das könnte für kleinere Krankenhäuser auf dem Land schwierig werden.“ Die Frage sei, ob die Wiederholung einer formalen Qualifikation der richtige Weg sei, dem Mangel zu begegnen.  

Man begrüße jedes Engagement, das die Qualifikation benötigter Fachkräfte auf einem hohen Niveau gewährleiste, hieß es vom Klinikum Region Hannover. Ein MHH-Sprecher sagte, die Forderung sei für das Haus „nicht relevant“, weil nur ein geringer Prozentsatz der 1200 Ärzte aus Nicht-EU-Staaten komme. 

Von Gunnar Menkens

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