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Deutschland / Welt Zwischen der Türkei und den USA droht eine Eiszeit
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16:36 14.02.2018
Es gehe um „wirklich harte Fragen“, man erwarte „schwierige Gespräche“, hieß es im Washingtoner State Department vor der Visite. Quelle: AP
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Ankara

Es ist alles andere als ein Höflichkeitsbesuch, zu dem US-Außenminister Rex Tillerson an diesem Donnerstag nach Ankara kommt. Das Verhältnis zwischen den USA und der Türkei befindet sich auf dem tiefsten Punkt seit dem Beitritt des Landes zur Nato 1952. Es gehe um „wirklich harte Fragen“, man erwarte „schwierige Gespräche“, hieß es im Washingtoner State Department vor der Visite.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wurde noch deutlicher: Die Beziehungen mit den USA seien „an einem sehr kritischen Punkt“, sagte Cavusoglu. „Wir werden sie entweder reparieren, oder sie zerbrechen völlig.“

550 Millionen US-Dollar für syrische Rebellengruppen

Wie gereizt die Stimmung ist, zeigte sich schon Anfang der Woche in Kuweit beim Treffen der von den USA geführten Koalition gegen die IS-Terrormiliz. Tillerson kritisierte, der türkische Vormarsch auf die nordsyrische Kurdenhochburg Afrin störe die Bemühungen, den IS aus Syrien zu vertreiben.

Der türkische Außenminister Cavusoglu warf wiederum den USA „Alleingänge“ in Syrien vor. In Rage ist man in Ankara vor allem, seit die US-Regierung diese Woche im Kongress 550 Millionen Dollar beantragte, um syrische Oppositionsgruppen für den Kampf gegen den IS auszurüsten und zu trainieren. Die Gelder dürften größtenteils an die syrische Kurdenmiliz YPG fließen – die Staatschef Recep Tayyip Erdogan mit seiner Invasion „vernichten“ will.

Ankara führt einen Feldzug gegen US-Verbündete

Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen PKK und betrachtet sie, wie diese, als Terrororganisation. Für die USA sind die Kurdenmilizen dagegen der wichtigste Verbündete im Bodenkampf gegen den IS. Die Türkei will ihre Offensive in Syrien auf die Region Manbidsch ausweiten. Dort sind neben der YPG auch Einheiten der US-Streitkräfte stationiert.

Die Aufforderung Erdogans an die Amerikaner, sich aus der Region zurückzuziehen, konterte US-General Paul Funk mit der Ankündigung: „Wenn ihr uns angreift, werden wir hart reagieren.“ Jetzt eskaliert der Streit. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte in den ARD-Tagesthemen: „Wenn die USA an der Seite der YPG in einen Krieg gegen uns ziehen, dann kämpfen wir auch gegen sie.“ Erdogan drohte, man werde den USA eine „osmanische Ohrfeige“ verpassen.

Die Türkei droht die Schließung von US-Basen an

Solche Drohungen dürften die USA nicht einfach schlucken, schreibt diese Woche in einem Kommentar Eric Edelman, ehemaliger US-Botschafter in Ankara. Viel zu lange habe Washington darauf gesetzt, mit der Türkei „behutsam umzugehen“. Jetzt sei Klartext angesagt, meint Edelman. Er empfiehlt ein Waffenembargo und Sanktionen gegen türkische Finanzinstitutionen.

Aber auch in der Türkei denkt man bereits über Vergeltungsmaßnahmen nach. Vizepremier Fikri Isik brachte jetzt eine Schließung der von den USA genutzten Luftwaffenbasis Incirlik in der Südtürkei ins Spiel. „Wenn es unsere Interessen erfordern, werden wir diesen Schritt nicht scheuen“, so Isik. Setzt die Türkei den Amerikanern tatsächlich in Incirlik den Stuhl vor die Tür, wäre das hochbrisant: Auf der Basis lagern die USA rund 50 Atomsprengköpfe des Typs B61. Die genaue Zahl hält das US-Militär geheim.

Von Gerd Höhler/RND

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