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Deutschland / Welt Zwei Drittel der Deutschen fordern Seehofers Rücktritt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Zwei Drittel der Deutschen fordern Seehofers Rücktritt
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16:16 22.10.2018
Parteichef Horst Seehofer (CSU) sprach am Wochenende von einem möglichen Rücktritt. Quelle: imago/ZUMA Press
Berlin

Kurz vor der Landtagswahl in Hessen steigt die Anspannung: Wird sich Volker Bouffier (CDU) als Ministerpräsident halten können? Und wird die SPD ebenso deutlich wie bei der Landtagswahl in Bayern an Stimmen verlieren?

Das Wahlergebnis hat das Potenzial, ein Beben im politischen Berlin auszulösen. Denn wackelt die CDU, könnte das Konsequenzen für Kanzlerin Angela Merkel haben. Schneidet die SPD schlecht ab, droht das Ende der Großen Koalition. Doch bereits jetzt steht eine Personaldebatte im Raum: Was wird nach dem Abrutschen der CSU bei der Landtagswahl in Bayern aus CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer? Erste Hinweise, welche Änderungen sich die Deutschen im politischen Berlin wünschen würden, gehen aus dem jüngsten RTL/n-tv-Trendbarometer von Forsa hervor.

Bundesbürger zum möglichen Rücktritt von Horst Seehofer

Demnach würde eine Mehrheit der Deutschen einen Rücktritt Seehofers gutheißen. Nach der Bayern-Wahl sind rund zwei Drittel der Bundesbürger (64 Prozent) der Auffassung, er solle nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei Konsequenzen ziehen – und sowohl als CSU-Chef als auch als Innenminister zurücktreten.

Auch in Bayern sieht es für Seehofer nicht besser aus: 62 Prozent der Bayern und sogar 67 Prozent der CSU-Anhänger halten Seehofers Rücktritt für nötig. Dieser hatte am Sonntag erstmals nach der CSU-Landtagswahlpleite einen möglichen Rücktritt als Parteichef angedeutet – wenn ihn seine Partei für den CSU-Absturz allein verantwortlich machen sollte.

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Konkret sagte Seehofer beim „Sonntags-Stammtisch“ im Bayerischen Fernsehen, er wolle nicht zum alleinigen Sündenbock gemacht werden wie nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr. „Noch einmal mache ich den Watschnbaum für meine Partei nicht – eher stelle ich mein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung“, sagt der 69-Jährige. Später ergänzt er, klarer könne man sich ja wohl nicht ausdrücken.

Bundesbürger zum Verantwortlichen für die CSU-Wahlschlappe

Bei der Frage nach dem Verantwortlichen für die Wahlschlappe der CSU in Bayern zeichnete sich ebenfalls ein klarer Trend ab: Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) ist der Umfrage zufolge überzeugt, dass die CSU selbst und ihr Parteichef Horst Seehofer für das schlechte Wahlergebnis verantwortlich sind. Das steht auch für 77 Prozent der CSU-Anhänger fest.

Nur ein Drittel der Bundesbürger (34 Prozent) und 21 Prozent der CSU-Anhänger sehen hingegen die Schuld in der Arbeit der Großen Koalition in Berlin. Lediglich die Anhänger der AfD machen die Bundespolitik für den Einbruch der CSU verantwortlich (90 Prozent).

Bundesbürger zur Zukunft der Bundesregierung

35 Prozent der Befragten sind der Auffassung, die Sozialdemokraten sollten die Große Koalition verlassen und sich in der Opposition erneuern. Doch dass die SPD sich als Oppositionspartei am Ende tatsächlich erneuern und verloren gegangene Wähler wieder zurückgewinnen könnte, glauben mehrheitlich nur die Anhänger der SPD (60 Prozent) und der Linken (52 Prozent). Knapp die Hälfte (51 Prozent) der Befragten aber glauben das nicht.

Für das immer weiter sinkende Vertrauen in die SPD dürfte laut der Umfrage auch die Parteichefin Andrea Nahles mit verantwortlich sein. Nur 19 Prozent der Bundesbürger sind mit ihrer Arbeit zufrieden, die große Mehrheit (69 Prozent) ist unzufrieden. Sogar die SPD-Anhänger bewerten Nahles negativ (62 Prozent).

Auf die Frage, wen die Deutschen ins Kanzleramt wählen würden, sinkt der Wert von Nahles um zwei Prozentpunkte auf nur noch zehn Prozent. Das ist der schlechteste Wert, der im letzten Vierteljahrhundert im RTL/n-tv-Trendbarometer für einen potenziellen Kanzlerkandidaten gemessen wurde. Für Merkel statt Nahles würden sich derzeit immerhin noch 43 Prozent entscheiden.

Anscheinend sehen 47 Prozent niemanden in der SPD, der für den SPD-Vorsitz geeignet wäre. Von den 29 Prozent der Befragten, die sich eine Alternative zu Nahles vorstellen können, nennen die meisten Olaf Scholz (9 Prozent). Außerdem auf der Wunschliste: Kevin Kühnert (5 Prozent), Martin Schulz und Sigmar Gabriel (je 3 Prozent) sowie Heiko Maas, Katharina Barley und Stephan Weil (je 2 Prozent).

Bundesbürger zur Stimmvergabe

In der aktuellen Umfrage liegen CDU/CSU bei 27 Prozent, die AfD bei 15 Prozent, die SPD bei 14 Prozent sowie die FDP und Linke bei je 9 Prozent. 52 Prozent der Deutschen sind allerdings überzeugt, dass der Höhenflug der Partei bald wieder vorbei sein wird. Wegen des Aufschwungs der Grünen (+ 2 Punkte) auf 21 Prozent wäre eine schwarz-grüne Koalition möglich, wenn in dieser Woche der Bundestag gewählt würde.

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Bundesbürger über die AfD

Was die AfD angeht, sind die meisten Deutschen (56 Prozent) überzeugt, dass die AfD den Gipfel ihres Erfolgs erreicht und ihr Wählerpotential weitgehend ausgeschöpft hat. Nur ein Drittel der Bundesbürger (33 Prozent) erwartet allerdings, dass die AfD noch weitere Wähler hinzugewinnen kann. Die Anhänger der AfD bewerten die Aussichten ihrer Partei völlig anders: 88 Prozent von ihnen glauben, dass es mit der AfD noch weiter aufwärts gehen könnte.

Von RND/lf/ngo

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