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Deutschland / Welt Zentralrat rät vom offenen Tragen der Kippa ab
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Zentralrat rät vom offenen Tragen der Kippa ab
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13:21 24.04.2018
Der Zentralrat der Juden hat von offenem Kippa-Tragen abgeraten. Quelle: imago stock&people
Berlin

Trotzig sich dazu zu bekennen wäre im Prinzip der richtige Weg, sagte Schuster am Dienstag dem RBB-Sender „radioeins“. „Trotzdem würde ich Einzelpersonen tatsächlich davon abraten müssen, sich offen mit einer Kippa im großstädtischen Milieu in Deutschland zu zeigen.“

Zu den geplanten Solidaritätsaktionen mit jüdischer Kopfbedeckung am Mittwoch in Berlin, Erfurt, Potsdam und Köln sagte Schuster, er habe das Gefühl, „dass doch ein Ruck durch die Gesellschaft geht und man im Großteil der Gesellschaft verstanden hat, dass wir auch an einem gewissen Wendepunkt angekommen sind“. Wenn es nicht gelinge, antisemitische Tendenzen, offenem Antisemitismus entgegenzutreten, dann stelle dies letztendlich auch eine Gefahr für unsere Demokratie dar. „Denn es geht nicht nur um Antisemitismus, damit einhergeht auch Rassismus, damit einhergeht auch Fremdenfeindlichkeit“, betonte Schuster: „Hier bedarf es eines klaren Stoppschildes!“

„Wer Menschen mit jüdischem Glauben angreift, greift uns alle an“

Nach „Berlin trägt Kippa“ und vergleichbaren Aktionen in Erfurt und Potsdam hat am Dienstag auch die Kölner Synagogen-Gemeinde für Mittwoch zu einer Solidaritätskundgebung mit jüdischen Gemeinden und gegen Antisemitismus aufgerufen. Zur Kundgebung unter dem Motto „Kippa Colonia“, die von dem Schauspieler Gerd Buurmann initiiert wurde, sollen sich Teilnehmer als Zeichen der Solidarität die traditionelle jüdische Kopfbedeckung Kippa aufsetzen.

Unterdessen hat die Rechtsanwältin und liberale Moscheegründerin Seyran Ates im Internet mit Mistreitern die Kampagne #wirsindauchjuden gestartet. Die Menschen werden aufgerufen, in den sozialen Netzwerken auf Facebook, Twitter oder Instagram unter dem Hashtag #wirsindauchjuden als Zeichen der Solidarität Fotos von sich mit Kippa zu posten. „Wer Menschen mit jüdischem Glauben angreift, greift uns alle an“, sagte Ates. Zu den Mitstreitern gehört unter anderem das Berliner Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus.

Auslöser ist der gewalttätige Übergriff auf zwei Kippa tragende Männer am vergangenen Dienstag in Berlin-Prenzlauer Berg. Der mutmaßliche Angreifer, ein 19-jähriger Flüchtling aus Syrien, sitzt in Untersuchungshaft

Von epd/RND