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Deutschland / Welt Zahl der Hinrichtungen und Todesurteile gesunken
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07:32 12.04.2018
Im Gefängnis Museum von Texas (USA) werden chemische Komponenten für tödliche Injektionen bei Hinrichtungen gezeigt. Die Zahl der Todesurteile ist weltweit zurückgegangen. Quelle: dpa
Johannesburg

Die Zahl der Hinrichtungen und Todesurteile ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International weltweit rückläufig. In 23 Ländern wurden im vergangenen Jahr mindestens 993 Hinrichtungen registriert. Das sind rund vier Prozent weniger als im Vorjahr 2016, hieß es in einem neuen Jahresbericht zur Todesstrafe. Gegenüber 2015 wurde gar ein Rückgang um 39 Prozent verzeichnet.

In 53 Ländern wurden mindestens 2591 neue Todesurteile gezählt.. Im Vorjahr hatten die Menschenrechtler mit 3117 Urteilen ein Rekordhoch verzeichnet.

China, der „Top-Henker“

Die Zahlen sind jedoch nicht vollständig. Die Angaben umfassen nicht die Tausenden Exekutionen und Todesurteile, die es Amnesty zufolge in China gegeben hat. In der Volksrepublik gelten diese Zahlen als Staatsgeheimnis. Das Land bleibe der „Top-Henker in der Welt“, hieß es in dem Bericht.

Auf China folgen Iran, Saudi-Arabien, Irak und Pakistan. Die vier Länder führten laut Amnesty 84 Prozent der gemeldeten Exekutionen aus. Bahrain, Jordanien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben 2017 nach teils mehrjähriger Unterbrechung wieder mit der Vollstreckung von Todesurteilen begonnen.

Weniger Hinrichtungen im Iran – mehr in den USA

Doch berichteten die Autoren von Amnesty auch von „erheblichen Fortschritten.“ Im Iran etwa sei die Zahl der Hinrichtungen um elf Prozent zurückgegangen. In Malaysia ließen Änderungen an Anti-Drogen-Gesetzen inzwischen einen Ermessensspielraum beim Strafmaß zu. Guinea und die Mongolei haben die Todesstrafe im Gesetz abgeschafft.

Dennoch nannte Amnesty die anhaltende Vollstreckung der Todesstrafe vor allem bei Drogenkriminalität „erschreckend.“ In 15 Ländern seien diesbezüglich im Jahr 2017 entweder Todesurteile ausgesprochen oder vollstreckt worden - darunter in China, dem Iran, Singapur. In Saudi-Arabien waren 40 Prozent aller Hinrichtungen „Enthauptungen wegen Drogenvergehen“.

Amnesty zeigte sich zudem besorgt, dass im Iran 2017 mindestens fünf Menschen für Verbrechen mit dem Tode bestraft wurden, die sie als Minderjährige begangen haben sollen. In den USA, Japan, Pakistan, Singapur und den Malediven seien zudem psychisch Kranke oder Menschen mit geistiger Beeinträchtigung exekutiert worden oder mit einer drohenden Hinrichtung konfrontiert. In den Vereinigten Staaten gab es 23 Exekutionen - ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Hoffnung im südlichen Afrika?

Als „Leuchtturm der Hoffnung“ wurde Afrika südlich der Sahara bezeichnet. Dort sei die Todesstrafe in 20 Ländern abgeschafft worden. Nur in Somalia und Südsudan habe es 2017 noch Hinrichtungen gegeben. Allerdings sollen Botsuana und der Sudan erst in diesem Jahr wieder mit Exekutionen begonnen haben. Ugandas Präsident Yoweri Museveni hat zudem angekündigt, erstmals seit fast 20 Jahren wieder Todesurteile unterzeichnen zu wollen.

Von RND/AP/dpa/mkr

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