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Deutschland / Welt Wollte Trump nie US-Präsident werden?
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Wollte Trump nie US-Präsident werden?
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18:45 04.01.2018
US-Präsident Donald Trump. Quelle: AP
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Washington

In einer spektakulären Auseinandersetzung bricht Donald Trump mit seinem einstigen Chefberater Steve Bannon. Der US-Präsident wirft dem Rechtsnationalisten einen mehrfachen Bruch der Vertraulichkeit vor und kündigt rechtliche Schritte an. Der umstrittene Politikberater gilt als zentrale Quelle des Autoren Michael Wolff, der in einem neuen Buch von chaotischen Zuständen in der Regierungszentrale spricht.

„Als ich Bannon feuerte, hat er öffentlich nicht nur seinen Job, sondern auch seinen Verstand verloren,“ lässt Trump mitteilen. Der Chef der Webseite „Breitbart“ habe keinerlei Einfluss auf seine Präsidentschaft gehabt. Auch im Wahlkampf habe er nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Für Trump sei alles eine Image-Kampagne gewesen

Am Donnerstag hieß es in Washington, dass Trump angesichts der jüngsten Veröffentlichungen außen sich sei. Schwer getroffen sei der Präsident vor allem durch die Vorwürfe, sein Sohn Donald Junior und sein Schwiegersohn Jared Kushner hätten Landesverrat begangen, als sie sich im vergangenen Jahr im New Yorker Trump Tower mit einer russischen Anwältin trafen, der enge Kontakte zum Moskauer Kreml nachgesagt werden. Die Rechtsabteilung der Trump-Firma warnte am Donnerstag den Autoren, das Buch „Fire and Fury“ (Feuer und Wut) zu veröffentlichen: Die Juristen würden jedes einzelne Zitat überprüfen. Tatsächlich bestreiten sowohl Bannon als auch die frühere Beraterin Katie Walsh die Echtheit zumindest einiger Zitate, die ihnen zugeschrieben werden.

Der renommierte Journalist gibt an, für sein Werk mehr als 200 Personen interviewt zu haben, die enge Beziehungen zur Administration unterhalten. Auch mit dem Präsidenten habe er Gespräche geführt, was von Trump bestritten wird.

Wie der 64-Jährige schreibt, soll Trump nicht mit seinem Wahlsieg gerechnet haben, sondern sich von der Kampagne lediglich einen Imagegewinn versprochen haben. Auch seine Ehefrau Melania soll von der Aussicht, Amerika zu repräsentieren, erschüttert gewesen sein. Als Beleg gilt unter anderem ein Foto vom Wahlabend, das Trump halb zusammengesunken im Kreis seiner jubelnden Mitarbeiter zeigt. Auch habe der damalige Wahlkämpfer kurz vor dem 8. November 2016 gegenüber Vertrauten damit geprahlt, „bald der berühmteste Geschäftsmann“ zu sein. An die konkrete Machtausübung habe er dagegen nie gedacht.

Ausdrücklich eigene Ambitionen unterstellt Wolff der Trump-Tochter Ivanka, die eine eigene Kandidatur um das Weiße Haus anstrebe.

Moderate Republikaner wittern Morgenluft

Im Wirbel um die Buchveröffentlichung ging die eigentliche Kurskorrektur am Donnerstag fast unter: Der Bruch mit Bannon wird im Kongress als eine Wiederannäherung des Präsidenten an die moderaten Kräften der eigenen Partei gewertet. So hebt Mitch McConnell, Fraktionschef der Republikaner im Senat, hervor: „Die Reaktion des Präsidenten auf die Aussagen von Steve Bannon ist genau richtig.“ Er würde nicht ein Wort korrigieren.

Die gute Stimmung unter den Republikaner kommt nicht von ungefähr: Mit der Steuerreform, die Trump zum Jahreswechsel in Gang setzte, ist das Hauptziel der US- Konservativen erreicht. Und durch den Höhenflug am amerikanischen Aktienmarkt sehen sie sich in ihrem Kurs bestärkt.

Von Stefan Koch/RND

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