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Deutschland / Welt „Wiedervereinigung wäre verfrüht“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Wiedervereinigung wäre verfrüht“
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17:33 27.04.2018
Hartmut Koschyk ist Vorsitzender des Deutsch-Koreanischen Forums. Von 1990 bis 2017 saß er für die CSU im Bundestag. Quelle: Foto: Wikipedia/Henning Schacht

Herr Koschyk, wie ernst ist es Kim mit seinen Friedensangeboten?

Man spürt, das sind nicht nur symbolische Bilder, Nord- und Südkorea ist es ernst mit der Entnuklearisierung der Halbinsel. Das hat eine neue Qualität. Kim Jong Un wusste, was er erklärt und unterschrieben hat.

Welches Interesse hat Nordkorea?

Es will einen Friedensvertrag mit Sicherheitsgarantien. Dazu ist zunächst das Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump abzuwarten. Dann kann es losgehen mit den Verhandlungen.

Mit welcher Dauer rechnen Sie?

Es ist der Einstieg in Verhandlungen. Überlegen Sie mal, wie lange mit dem Iran über die Beendigung eines nuklearen Entwicklungsprogramms verhandelt worden ist und wie oft diese Verhandlungen zu scheitern drohten. Hier geht es jetzt um die Abrüstung konkret vorhandenen Atomwaffenmaterials. Das wird schwierig, da muss man kein Prophet sein.

„Diese humanitäre Dimension hatten Treffen noch nie“

Sie kennen Menschen auf beiden Seiten. Getrennte Familien sollen sich jetzt wieder treffen können. Was geht in Ihnen vor?

Das kann man kaum beschreiben. Es ist vielleicht das wichtigste Ergebnis des Treffens, weil es die Menschen direkt betrifft. Das Verhältnis dieser getrennten Familien ist nicht so, wie wir es im geteilten Deutschland kannten. Es gibt keine Brief- oder Telefonkontakte, manche konnten sich mal für ein paar Stunden sehen. Bei bisherigen koreanischen Annäherungen gab es Wirtschafts- oder Tourismusprojekte – diese humanitäre Dimension hatten Vereinbarungen jedoch nie. Wenn es dazu kommt, finde ich das wunderbar für die Koreaner.

Hat sich am Ende das martialische Auftreten Trumps gegenüber dem nordkoreanischen Machthaber ausgezahlt?

Entscheidend aus meiner Sicht war, das die internationale Gemeinschaft gegenüber Kim geschlossen aufgetreten ist. Zu Trump muss man sagen: Er spricht hart, aber im UN-Sicherheitsrat hat er China und Russland in der Korea-Frage nie überfordert.

In Berlin war Moon als Träumer belächelt worden

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-In hatte im vergangenen Sommer in Berlin eine Annäherung angekündigt . . .

Ja. Und er ist dafür als Träumer belächelt worden. Moon hat aber bewiesen, welche Kraft Visionen entwickeln können, wenn man Partner, wie hier China, Japan und Russland, vertrauensvoll einbindet. Das Treffen ist ganz klar auch sein Verdienst.

Geht es letztlich auch um die Wiedervereinigung Koreas?

Was sich beide Staatsmänner vorgenommen haben, abzurüsten und Frieden zu gewährleisten, sind Mega-Aufgaben. Der Prozess, diese Aufgaben zu lösen, wird Menschen unterschiedlicher Ebenen aus Nord- und Südkorea unweigerlich näherbringen. Das Thema Wiedervereinigung als Tagesordnungspunkt aufzurufen, würde jetzt alle überfordern.

Sollte sich Deutschland in den Prozess einbringen oder lieber zuschauen?

Die Europäische Union sollte den Prozess jetzt beherzt unterstützen. Moon hatte vor einem Jahr ganz bewusst Berlin gewählt, um seine Annäherungspläne an den Norden erstmals vorzustellen. Aus Deutschland kennt man noch den 1991 in Kraft getretene Zwei-plus-Vier-Vertrag der Bundesrepublik und der DDR mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs. Jetzt sitzen auch wieder Sechs an einem Tisch: Nord- und Südkorea, die USA, Russland, China und Japan. Außerdem besitzt Europa viele wertvolle Erfahrungen aus dem KSZE-Prozess, von denen die Beteiligten in Asien vielleicht partiell profitieren könnten.

Von Thoralf Cleven/RND

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