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Deutschland / Welt Weniger Zulauf bei Demonstrationen in Chemnitz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Weniger Zulauf bei Demonstrationen in Chemnitz
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22:52 21.09.2018
Teilnehmer einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz ziehen hinter Absperrgittern durch die Stadt. Quelle: dpa
Chemnitz

Die Demonstration des rechtspopulistischen Bündnisses „Pro Chemnitz“ hat am Freitagabend weniger Zulauf gehabt als in der Vorwoche. Bei strömendem Regen versammelten sich nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen zur Kundgebung und zum anschließenden Zug durch die Chemnitzer Innenstadt. Am Freitag davor waren bis zu 3500 Menschen mitgelaufen. Auch der Gegenprotest fiel laut Polizei mit höchstens 300 Teilnehmern diesmal geringer aus.

„Pro Chemnitz“ hatte zum sechsten Mal zur Demonstration aufgefordert. Diesmal sollte laut Demo-Aufruf unter anderem gegen die Freilassung eines irakischen Tatverdächtigen aus der Untersuchungshaft im Fall eines getöteten 35-Jährigen protestiert werden. Der Haftbefehl war in dieser Woche aufgehoben worden. Der Tod des Deutschen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes Ende August hatte fremdenfeindliche Demonstrationen ausgelöst. Ein zweiter Tatverdächtiger aus Syrien sitzt weiter in U-Haft. Nach einem dritten Mann wird gesucht.

Die Veranstaltungen blieben laut Polizei „weitgehend störungsfrei“. Allerdings habe es am Abend einen Angriff auf ein Parteibüro der Linken in Chemnitz gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Unbekannte Täter warfen dort eine Scheibe ein. Die Hintergründe waren zunächst noch unklar.

Die Polizei sicherte die Demonstrationen wieder mit einem Großaufgebot ab. Die sächsische Polizei wurde von Einsatzkräften aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Baden-Württemberg und der Bundespolizei unterstützt.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) besuchte zeitgleich zu den Demonstrationen eine Veranstaltung des Industrievereins in Chemnitz. In Richtung der Demonstranten signalisierte er erneut Offenheit: „Ich bin zu jedem Gespräch bereit“, sagte er am Freitag. Es sei aber wichtig, in einen vernünftigen Diskurs miteinander zu kommen. „Schreien und gegenseitige Anschuldigungen bringen uns nicht weiter.“

Von RND/dpa