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Kundus-Affäre

Wehrbeauftragter warnt vor Vertrauensverlust bei der Bundeswehr

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, schlägt Alarm: Die Debatte um den tödlichen Luftschlag nahe Kundus könnte die Bundeswehr verunsichern und das Vertrauen der Truppe in die politische Führung einschränken.
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe.

© ddp

Angesichts der Debatte um den von einem deutschen Offizier befohlenen Luftangriff auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan warnt der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, vor einem Vertrauensverlust der politischen Führung bei den Soldaten. Die Truppe stehe zwar uneingeschränkt hinter der Führung, sagte Robbe der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe). „Aber jeder muss auch wissen, dass dieses Vertrauen der Soldaten nicht verspielt werden darf. Das wäre allerdings verheerend“, fügte er hinzu.

Bei dem Angriff am 4. September wurden bis zu 142 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten. Ein Bundestagsuntersuchungsausschuss soll sich jetzt mit der Angelegenheit befassen.

Robbe kritisierte, in den Augen der Soldaten habe sich die Debatte zunehmend von der Wirklichkeit entfernt. „Die Soldaten sind geschockt von den Ereignissen und Umständen, die zur Entlassung des Generalinspekteurs und zum Rücktritt des Ministers und Staatssekretärs geführt haben. Das wurde und wird zum Teil sehr kritisch gesehen“, sagte Robbe. Während in Deutschland in der warmen Stube diskutiert werde, riskierten die Soldaten in Afghanistan Tag und Nacht Leben und Gesundheit. „Der Bundestag hat sie dahin geschickt - und deshalb stehen wir alle in der Pflicht, ihnen den Rücken zu stärken“, sagte Robbe.

ddp


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