Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Verbündete stellen sich hinter US-Angriff
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Verbündete stellen sich hinter US-Angriff
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:37 07.04.2017
Unterstützung von den Verbündeten: Australien etwa nennt Trumps Entscheidung für den Luftschlag eine „starke Botschaft an das Assad-Regime“. Quelle: dpa
Beirut

Der US-Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis ist bei den Verbündeten der USA auf Unterstützung, in Teheran und Moskau aber auf deutliche Ablehnung gestoßen. Der Iran verurteilte den Luftschlag, während ein russischer Abgeordneter nach der Attacke kaum noch eine Chance auf eine Zusammenarbeit mit Washington sah. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, Präsident Wladimir Putin glaube, dass der Angriff eine „Aggression gegen einen souveränen Staat“ sei und gegen internationales Recht verstoße.

Ähnlich äußerte sich die iranische Regierung. Der einseitige Schritt sei „gefährlich, destruktiv und verstößt gegen die Prinzipien des internationalen Rechts“, sagte der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghasemi am Freitag laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna. Der Angriff werde Terroristen stärken und die Situation in Syrien und der gesamten Region noch komplizierter machen, sagte er.

Iran neben Russland wichtigster Verbündeter Assads

Der Iran gilt neben Russland als der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Irans paramilitärische Revolutionsgarde ist tief in den Krieg in Syrien verstrickt.

Der Angriff der USA mit rund 60 Tomahawk-Raketen war eine Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Chan Scheichun am Dienstag mit mehr als 80 Toten. Ziel war ein Luftwaffenstützpunkt in Scharjat im Südosten von Homs.

Ende der amerikanisch-russischen Kooperation in Syrien

Peskow sagte, die USA hätten vorherige Vorfälle ignoriert, bei denen syrische Rebellen Chemiewaffen verwendet hätten. Die syrische Regierung habe ihre Chemiewaffenbestände unter internationaler Kontrolle zerstört.

Der Vorsitzende im Außenausschuss des Oberhauses des russischen Parlaments, Konstantin Kosatschew, erklärte, der US-Angriff beende wahrscheinlich die Hoffnungen auf eine amerikanisch-russische Kooperation in Syrien. „Russische Marschflugkörper treffen die Terroristen, US-Flugkörper treffen die syrischen Regierungskräfte, die den Kampf gegen die Terroristen anführen“, schrieb er auf Facebook.

Unterstützung für Trump aus Israel

Beipflichtende Worte kamen dagegen von den Verbündeten der USA. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, er unterstütze die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zu dem Angriff vollkommen. Trump habe in Wort und Tat die deutliche Botschaft gesendet, dass der Gebrauch und die Verbreitung von Chemiewaffen nicht toleriert werde, schrieb Netanjahu in einer Mitteilung am Freitag. Nach Angaben des TV-Senders Channel 2 waren Israel und weitere US-Alliierte über den Angriff informiert worden.

Israel hatte mehrfach gewarnt, dass von Syrien aus Waffen an die Hisbollah im Libanon geliefert werden könnten. Die Miliz steht im Syrischen Bürgerkrieg an Assads Seite. Im vergangenen Monat hatte Israel eine Rakete abgeschossen, die ein israelisches Flugzeug treffen sollte, das wiederum einen mutmaßlichen Hisbollah-Konvoi im Visier hatte.

Australien und GB: Schnelle und angemessene Reaktion

Australien hieß den US-Angriff ebenfalls gut. Seine Regierung unterstütze die schnelle und angemessene Reaktion der USA, sagte Premierminister Malcolm Turnbull am Freitag in Sydney. „Das war eine kalibrierte, verhältnismäßige und gezielte Antwort. Sie sendet eine starke Botschaft an das Assad-Regime und (...) hat genau den Flugplatz getroffen, von dem der chemische Angriff erbracht wurde“, sagte er. Man befinde sich jedoch nicht im Krieg mit Assad.

Von einer „angemessene Antwort auf die barbarische Attacke des syrischen Regimes mit chemischen Waffen“, spricht auch die britische Regierung. Sie unterstütze die US-Aktion vollkommen. Sie ziele darauf ab, vor weiteren Angriffen (mit Chemiewaffen) abzuschrecken“, hieß es in einer Mitteilung.

Saudi-Arabien lobte die „mutige Entscheidung“ Trumps. Dies sei die richtige Reaktion auf „die Verbrechen dieses Regimes an seinem Volk“ gewesen, erklärte das saudische Außenministerium. Unterstützung für die Entscheidung Trumps kommt auch aus Japan.

Von RND/dpa