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Deutschland / Welt USA und Nordkorea – Gespräche „auf extrem hoher Ebene“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt USA und Nordkorea – Gespräche „auf extrem hoher Ebene“
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09:03 18.04.2018
Der CIA-Chef und designierte Außenminister der USA, Mike Pompeo, hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un getroffen. Quelle: AP
Washington

CIA-Direktor Mike Pompeo ist kürzlich in Nordkorea mit Staatschef Kim Jong Un zusammengetroffen. Dies teilten zwei mit der Sache vertraute US-Regierungsvertreter am Dienstagabend in Washington mit. Pompeos Reise in das isolierte Land war offenbar als Vorbereitung für ein mögliches Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim gedacht. Die geheim gehaltene Visite in Pjöngjang erfolgte über das Osterwochenende um den 1. April.

Am Dienstag hatte Trump bei einem Treffen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe in Florida von Gesprächen auf höchster Ebene, gar auf „extrem hoher Ebene“, zwischen den USA und Nordkorea berichtet.

Dies führte prompt zu Spekulationen über eine mögliche direkte Unterredung von Trump und Kim, auch, weil der US-Präsident Reporterfragen dazu nicht eindeutig beantwortet hatte.

Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders dementierte später aber. Den berichteten Besuch von Pompeo als Botschafter Trumps in Pjöngjang wollte Sanders nicht kommentieren. Man nehme zur Reisetätigkeit des amtierenden CIA-Direktors keine Stellung, hieß es. Auch Südkoreas Regierung in Seoul wollte die Berichte am Mittwoch nicht kommentieren.

Pjöngjang bekennt sich zu Entführung von Japanern

Im Gespräch mit Abe wollte Trump eine gemeinsame Linie für das geplante Treffen mit Kim ausloten. Er sagte dem japanischen Ministerpräsidenten zu, in Nordkorea entführte Japaner zum Thema zu machen. Abe hatte die Angelegenheit als eine der „japanischen Top-Prioritäten“ bei einer möglichen Zusammenkunft bezeichnet.

Pjöngjang hat sich zur Entführung von insgesamt 13 Japanern bekannt, Tokio geht von 17 aus. Die USA dürften vermutlich auf die Auslieferung von drei in Nordkorea festgehaltenen Amerikanern drängen.

Mit Blick auf den Standort für ein Treffen sagte Trump, fünf Orte stünden derzeit zur Option, darunter aber keiner in den USA. Nach eigenem Bestreben will der Präsident in den kommenden zwei Monaten mit Kim zusammenkommen. „Wir haben entweder ein sehr gutes Treffen, oder wir haben kein gutes Treffen. Vielleicht haben wir auch gar keins, je nachdem, wie es läuft. Aber ich denke, wir haben eine großartige Chance, ein Weltproblem zu lösen.“

Abe lobt Trump

Abe lobte „Donalds Mut“, sich für ein Gipfeltreffen entschieden zu haben. Trump zollte ebenfalls sich selbst Respekt: „Ohne uns, und ohne mich im Besonderen, müsste man wohl sagen, dass sie gar nichts diskutieren würden.“ Dabei bezog er sich auf Nord- und Südkorea, die derzeit daran arbeiten, ihre Feindseligkeiten beizulegen. Kim wird in der kommenden Woche (27. April) Südkoreas Präsident Moon Jae In treffen. „Sie haben meinen Segen, das Ende des Krieges zu besprechen“, so Trump.

Nach dem Koreakrieg, der von 1950 bis 1953 ging, war nie ein Friedensvertrag geschlossen worden. Nordkorea hat sich in den vergangenen Monaten auf Südkorea und die USA zubewegt, nachdem die internationale Gemeinschaft Nordkorea für mehrere Atom- und Raketentests im vergangenen Jahr mit Sanktionen bestraft hat.

Von RND/ap/dpa