Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt USA bemühen sich um Deeskalation in Syrien
Nachrichten Politik Deutschland / Welt USA bemühen sich um Deeskalation in Syrien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:53 20.06.2017
Super Hornets der US-Luftwaffe: In der Nähe von Al-Rakka hat eine Maschine diesen Typs einen syrischen Kampfjet abgeschossen. Quelle: dpa
Washington

Nach dem Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs unweit des IS-Hauptstadt Al-Rakka bemüht sich das Pentagon um Deeskalation. „Der Informationskanal zwischen russischen Militärs und unseren Kräften steht weiterhin offen“, sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford. Bei einem Gespräch mit Journalisten in Washington hob der General das gemeinsame Ziel Russlands und der USA hervor: Der Einsatz diene der Bekämpfung der Milizen des „Islamischen Staates“.

Eine US-Maschine vom Typ F/A-18 Super Hornet hatte am Sonntag ein Su-22 Kampfflugzeug der syrischen Luftwaffe abgeschossen, das nach Einschätzung der Amerikaner verbündete Truppen bombardierte, die unmittelbar gegen IS-Banden vorgehen. „Vor Ort kennt jedermann die Frontstellung“, hob Dunford hervor. Für die russische Führung sei es daher eine Nagelprobe, ob sie sich zuallererst im Antiterrorkampf engagieren oder vor allem das syrische Regime stärken wolle. „In den nächsten Stunden werden wir sehen, ob es der russischen Föderation rund um Al-Rakka und im südlichen Syrien wirklich um die gemeinsamen Ziele geht“, so Dunford. Er habe weiterhin Vertrauen in den gemeinsamen Informationsaustausch. Etwas zweideutig fügte der 62-Jährige allerdings hinzu: „Im übrigen habe ich Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Einsatzkräfte, auf sich selbst aufzupassen.“

USA schießen iranische Drohne ab

Ein US-Kampfflugzeug hat eine Drohne aus dem Iran in dem Bürgerkriegsland Syrien abgeschossen. Das bewaffnete Flugobjekt sei am Dienstag angegriffen worden, nachdem es feindliche Absichten gezeigt habe und auf Truppen der Anti-IS-Koalition zugeflogen sei, teilte das Bündnis in einer Stellungnahme mit. Als sie ihren Kurs nicht änderte, habe ein F-15-Kampfflugzeug das Feuer eröffnet. Der Iran kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Präsident Baschar al-Assad. Ähnliche Zwischenfälle nahe dem Militärstützpunkt gab es bereits in den vergangenen Wochen.

Auch Sean Spicer, Sprecher des Weißen Hauses, betonte die Bedeutung der amerikanisch-russischen Kooperation in dem Bürgerkriegsland: „Eine Eskalation hilft niemandem weiter.“ Die US-Regierung lege großen Wert auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den IS.

Australien setzt Angriffe aus

Wie angespannt die Lage angesichts des jüngsten Vorfalls ist, zeigt dagegen die Reaktion des australischen Militärs: Nach den scharfen Protesten aus Moskau soll die eigene Luftwaffe nicht weiter die IS-Stellungen angreifen und die Situation zunächst einmal beobachten, teilte das australische Verteidigungsministerium mit. Das gemeinsame Vorgehen – einschließlich Russlands – sei unerlässlich.

Wie die russische Agentur Interfax berichtet, ist der Konflikt über den Abschuss der syrischen Maschine für die russische Regierung keineswegs ausgestanden: Das Verhalten der amerikanischen Luftwaffe bereite große Sorgen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Flugzeuge und Drohnen westlich des Flusses Euphrat würden künftig als potenzielle Ziele ins Visier genommen. Bereits zuvor hatte Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow den Abschuss des Kampfjets als Akt der Aggression bezeichnet. Da die US-Luftwaffe bereits vor einer Woche eine bewaffnete Drohne der syrischen Armee abgeschossen habe, liege ein schwerer Verstoß gegen die internationalen Vereinbarungen vor.

Russland bestreitet Angaben aus Washington

Über den eigentlichen Vorfall gibt es nach wie vor unterschiedliche Darstellungen. Das Pentagon erklärt, dass bei den Gefechten rund um Al-Rakka der syrische Jagdbomber die kurdischen Kämpfer gezielt bombardiert hätte, die zum Bündnis der „Syrisch Demokratischen Kräfte“ (SDF) zählen. Gemeinsam mit arabischen Einheiten stellen die Kurden die Hauptkräfte bei der gegenwärtigen Offensive gegen die Islamisten. Zugleich befinden sich diese mit den Amerikanern verbündeten Kräfte aber auch in Opposition zur syrischen Regierung in Damaskus – welche wiederum von Russland unterstützt wird. Die russische Regierung erklärte, das Kampfflugzeug der syrischen Armee sei ausschließlich gegen IS-Stellungen vorgegangen und habe keine kurdischen Einheiten angegriffen.

Wie es in Washington heißt, wachsen die Spannungen zu einem überaus unglücklichen Zeitpunkt: Am 10. Juli sollen in der kasachischen Hauptstadt Astana die Friedensgespräche unter großer internationaler Beteiligung beginnen. Die Kooperation zwischen Moskau und Washington gilt als unerlässliche Voraussetzung für diese Verhandlungen.

Von Stefan Koch/RND

Der Himmel über Syrien zeigt sich momentan als hochentzündliches Pulverfass. Zwei Tage nach dem Abschuss eines syrischen Kampfjets holten die USA am Dienstag eine Drohne iranischer Bauart vom Himmel. Als das Fluggerät sich einem Militärlager näherte, zögerten die Amerikaner nicht mit der Ausschaltung.

20.06.2017

Beim „Tag der deutschen Industrie“ treten Angela Merkel und Martin Schulz nacheinander auf. Er hält die bessere Rede, sie bekommt den größeren Applaus. Das hat Gründe.

20.06.2017

Ist der jahrelange Konflikt nun beigelegt? In der Zentralafrikanischen Republik haben Regierung und mehrere Rebellengruppen ein Friedensabkommen mit der Verpflichtung auf sofortigen Waffenstillstand unterzeichnet. Im 2013 aufflammenden Bürgerkrieg standen sich christliche und muslimische Milizen gegenüber.

20.06.2017