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Zum 11. September

US-Pastor Terry Jones sagt geplante Koran-Verbrennung ab

Nach weltweiten Protesten verzichtet eine Gruppe fundamentalistischer US-Christen darauf, zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 den Koran zu verbrennen. Dies teilte am Donnerstag der US-Pastor Terry Jones mit, der der Kirchengruppe aus dem US-Bundesstaat Florida vorsteht.
Abgesagt: Die zum 11. September geplante Koran-Verbrennung findet mehr nicht statt.

Abgesagt: Die zum 11. September geplante Koran-Verbrennung findet mehr nicht statt.

© afp

Aufatmen in den USA: Der umstrittene Pastor Terry Jones aus Florida hat die geplante Koran- Verbrennung abgesagt. Er gab seine Entscheidung am Donnerstag im Fernsehen bekannt. Seine Entscheidung hänge damit zusammen, das die geplante umstrittene Moschee am Ground Zero nun an einem anderen Ort gebaut werde, sagte der Pastor einer kleinen Kirchengemeinde mit nur 50 Mitgliedern.

Zu der angeblichen Entscheidung zur Verlegung des Baus der Moschee sagte Jones, das habe er in einem Gespräch mit Muhammad Musri, dem Präsidenten der islamischen Gesellschaft von Zentral- Florida, besprochen. Musri bestätigte die Angaben. Jones sagte weiter, er werde am Sonnabend nach New York fliegen, um mit dem Imam Feisal Abdul Rauf dort über die Moschee zu sprechen. Von Seiten des New Yorkers Imams gab es zunächst keine Reaktion zu der Erklärung des Pastors.

Noch am Vortag hatte Imam Feisal Abdul Rauf es abgelehnt, die Pläne zum Bau der Moschee nur zwei Blocks von Ground Zero entfernt aufzugeben. Dort waren vor neun Jahren die Zwillingstürme des World Trade Centers von islamistischen Terroristen zum Einsturz gebracht worden - 2752 Menschen wurden dabei getötet. Die große Mehrheit der Amerikaner lehnt den Bau in der Nähe von Ground Zero laut Umfragen ab.

Der Plan des Pastors hatte die US-Regierung zunehmend beunruhigt. Erstmals hatte sich Präsident Barack Obama mit einer Warnung persönlich eingeschaltet. Er appellierte an Jones, auf den „zerstörerischen Akt“ zu verzichten. Obama warnte am Donnerstag, die ursprünglich zum neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September vorgesehene Aktion könne „schwerwiegende Gewalt“ in Pakistan und Afghanistan auslösen.

Das Außenministerium hatte US-Bürger in aller Welt vor anti-amerikanischen Demonstrationen gewarnt, bei denen es teils zu gewalttätigen Ausschreiten komme. Auch die internationale Polizei Interpol befürchtete gewalttätige Reaktionen. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es nach der Verbrennung zu Anschlägen auf unschuldige Menschen komme, hieß es in einer Warnung an alle 188 Mitgliedsstaaten.

Unterdessen riefen immer mehr islamische Länder Washington auf, den fundamentalistischen evangelikalen Pastor und seine Handvoll Anhänger in Gainesville zu stoppen. Den Behörden in den USA waren jedoch wegen des in der Verfassung verankerten Rechts auf freie Meinungsäußerung praktisch die Hände gebunden.

Jones hatte mehrfach erklärt, ein Einlenken komme für ihn nur infrage, wenn Gott ihm ein Signal sende. Er werde seinen Plan aber auch überdenken, wenn das Weiße Haus Kontakt zu ihm aufnehmen würde, hatte er in den vergangenen Tagen gesagt.

Obama sagte in einem Interview des Senders ABC, das Vorhaben verletze das in den USA hochgehaltene Prinzip der religiösen Toleranz und widerspreche „unseren Werten als Amerikaner“. „Ich möchte, dass er begreift, dass diese Nummer, die er da abziehen will, unsere jungen Männer und Frauen in Uniform in höchstem Maß in Gefahr bringen könnte, die im Irak sind und in Afghanistan“, sagte Obama an die Adresse von Jones. „Es gibt jetzt schon Proteste gegen Amerikaner.“

Der US-Präsident mahnte, die Koran-Verbrennung „könnte zu einer Zunahme der Rekrutierung von Personen führen, die bereit sind, sich als Selbstmordattentäter in amerikanischen oder europäischen Städten in die Luft zu sprengen“. Die Aktion wäre ein „Rekrutierungsschlager für (die Terrororganisation) Al-Kaida“.

Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, sagte, er befürchte, dass das Ansehen der USA ähnlich stark beschädigt werden könne wie 2004 durch die Folter-Fotos aus dem US-Gefängnis Abu Ghoreib im Irak.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte zu den Plänen des Pastors: „Das ist schlicht respektlos. Abstoßend - einfach falsch.“

afp/dpa


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