Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt UN drängen Jemen zum Waffenstillstand
Nachrichten Politik Deutschland / Welt UN drängen Jemen zum Waffenstillstand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:56 16.06.2017
Menschen mit Verdacht auf Cholera behandelt werden in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa behandelt. Quelle: AP
New York

Um der Ausbreitung der Cholera und einer drohenden Hungersnot zu begegnen, drängt der UN-Sicherheitsrat die Bürgerkriegsparteien im Jemen zu einem sofortigen Waffenstillstand. Die schiitische Huthi-Miliz und die international anerkannte Regierung sollten Friedensgespräche „in flexibler und konstruktiver Weise ohne Vorbedingungen“ führen, hieß es in einer am Donnerstag auf einem Treffen des Sicherheitsrats verlesenen Erklärung.

Alle Häfen sollten für die Lieferung humanitärer Güter offen bleiben, hieß es in der Erklärung, die von allen 15 Mitgliedern des Sicherheitsrats angenommen wurde.

Besonders Kinder sind die Leidtragenden der Epidemie

Bereits am Mittwoch warf die Hilfsorganisation Save the Children einen Blick auf die alarmierenden Zahlen im Jemen. So soll sich dort alle 35 Sekunden ein Kind mit Cholera anstecken. In den vergangenen zwei Wochen habe sich die Infektionsrate mehr als verdreifacht. Insgesamt wurden schon rund 130.000 Verdachtsfälle und fast 1.000 Todesfälle registriert. Von den geschätzt mehr als 5.000 Neuinfektionen täglich entfallen fast 50 Prozent auf Kinder unter 15 Jahren, warnte Save the Children. Die Epidemie gerate außer Kontrolle.

Cholera wird durch Bakterien übertragen und breitet sich besonders unter unhygienischen Bedingungen schnell aus. Schon wenige Stunden nach der Ansteckung können starker Durchfall und Erbrechen auftreten. Der Körper verliert extrem schnell Flüssigkeit und Mineralstoffe, was zu Nierenversagen oder zum Kollaps des Herzkreislaufsystems führen kann. Mit ausreichender medizinischer Versorgung ist Cholera hingegen gut zu behandeln. An jene medizinische Versorgung ist unter den momentanen Umständen allerdings nicht zu denken.

Bürgerkrieg als Stellvertreterkonflikt in Vorderasien

Der Bürgerkrieg im Jemen tobt seit fast drei Jahren. Beim Blick auf die Hintergründe offenbart sich der Süden der arabischen Halbinsel als Schauplatz eines Stellvertreterkrieges in Vorderasien.

Die Zentralregierung im mehrheitlich sunnitischen Staat versucht vergeblich, die Lage im Jemen zu kontrollieren. Der Staat, der 1990 nach dem Bündnis von Nordjemen und dem Südjemen wiedervereinigt wurde, wird mittlerweile von den ursprünglich aus dem Norden stammenden, schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert.

Der Religionskonflikt zwischen Sunniten und Schiiten kennt im vorderasiatischen Raum zwei Regionalmächte. Der schiitisch geprägte Iran und das der sunnitischen Strömung des Wahhabismus zugeordnete Saudi-Arabien konkurrieren um religiösen, politischen und wirtschaftlichen Einfluss. Diese Auseinandersetzung zeigt sich stellvertretend im Jemen.

Zwei Millionen Menschen auf der Flucht

Eine sunnitische Allianz unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt die international anerkannte Zentralregierung seit 2015 mit einer Militärintervention. Dabei fliegt sie Luftangriffe gegen die schiitischen Rebellen. Die Allianz wird dabei unter anderen von den USA, Frankreich und Großbritannien unterstützt. Der Iran, der bezüglich der Beziehungen zur schiitischen Huthi-Miliz schweigt, soll in der Vergangenheit Kämpfer militärisch ausgebildet und Waffen auf dem Seeweg geliefert haben.

Seit dem Beginn des Bürgerkriegs hat der Konflikt rund zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben und mindestens 10.000 Zivilisten das Leben gekostet.

Auch Südsudan leidet an verheerender Cholera-Epidemie

Auch im afrikanischen Bürgerkriegsland Südsudan sorgt die Cholera seit einem Jahr für einen traurigen Ausnahmezustand. Seit offiziellem Beginn des Ausbruchs am 18. Juni 2016 sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge mehr als 8367 Menschen an Cholera erkrankt und 249 an der Durchfallerkrankung gestorben. Im Südsudan herrscht seit 2013 ein Bürgerkrieg, der rund 3,8 Millionen Menschen in die Flucht getrieben hat. In einigen Teilen des ostafrikanischen Landes ist das Gesundheitssystem zusammengebrochen.

Von RND/dpa/krö

Wer als Ausländer auf der Insel Zypern mindestens zwei Millionen in Euro anlegt, bekommt dafür nicht nur eine Luxusvilla in bester Strandlage – sondern auch die zyprische Staatsangehörigkeit. Das Angebot richtet sich vor allem an reiche Russen und Chinesen. Doch die Einbürgerungspraxis ist umstritten.

16.06.2017

Abu Bakr al-Bagdadi macht seinem Ruf als „unsichtbarer Scheich“ alle Ehre. Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) regiert sein zunehmend schrumpfendes „Kalifat“ auf syrischem und irakischem Boden aus dem Verborgenen heraus. Nun soll er nach russischen Angaben getötet worden sein. Doch wer ist al-Bagdadi?

16.06.2017

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums soll der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, bei einem Luftangriff getötet worden sein. Neben ihm sollen weitere IS-Anführer sowie bis zu 300 IS-Kämpfer ums Leben gekommen sein. Die USA konnten den Tod al-Bagdadis noch nicht bestätigen.

16.06.2017