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Deutschland / Welt Türkischer Banker schuldig gesprochen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Türkischer Banker schuldig gesprochen
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14:19 04.01.2018
Mehmet Hakan Atilla hat die US-Sanktionen umgangen und wurde dafür von der New Yorker Staatsanwaltschaft verurteilt.   Quelle: AP
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New York

 Der türkische Banker Mehmet Hakan Atilla, der dem Iran illegale Geschäfte unter Verstoß gegen US-Sanktionen ermöglichte, ist im New Yorker Prozess schuldig gesprochen worden. Der Ex-Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank, ist schuldig, unter anderem wegen Bankbetrugs und der Verschwörung zur Geldwäsche. Durch seine Tricks - und mit Erdogans Zustimmung - wurden Milliardengeschäfte zwischen der Türkei und dem Iran möglich und Sanktionen der USA umgangen, so die Jury.

Goldhändler bricht sein Schweigen

Verantwortlich für die Verurteilung ist vor allem Reza Zarrab. Der Goldhändler iranisch-türkischer Abstammung stand ursprünglich im Fokus der Ermittlungen, machte auf dem Weg zur Anklagebank im letzten Moment auf dem Absatz kehrt und legte überraschend ein Schuldgeständnis ab. Aus dem Zeugenstand schilderte er über sieben Tage detailliert wie der Sanktionsschirm der USA und der Vereinten Nationen mit fragwürdigen Methoden durchlöchert wurde – und belastete den verurteilten Banker Atilla.

Da waren etwa die vorgetäuschten Lieferungen von Lebensmitteln und Medizin, die Geldzahlungen an den Iran möglich machten. Gold wurde in Koffern und Bargeld in Schuhkartons versteckt, um türkische Beamte zu schmieren, sagte Staatsanwalt David Denton im Prozess. Atilla bekam so Zugang zu iranischem Öl im Wert von Milliarden Dollar - genau der Rohstoff also, mit dessen Beschneidung Washington auf Teheran Druck ausüben wollte. Und Erdogan, damals noch Ministerpräsident, segnete die Deals 2012 ab, sagte Zarrab.

Staatsanwaltschaft fordert gerechte Strafe

Für die New Yorker Staatsanwaltschaft ist die Verurteilung ein Sieg. „Wenn Sie Vertreter des US-Finanzministeriums wiederholt anlügen und Dokumente fälschen, um mit einem geheimen Plan iranisches Öl im Wert von Milliarden Dollar am Sanktionsnetz der USA vorbeizuschmuggeln, sollten Sie auf die Konsequenzen vorbereitet sein“, erklärt Staatsanwalt Joon Kim.

Das letzte Wort scheint hier allerdings noch nicht gesprochen zu sein: „Wir sind enttäuscht über das Urteil und haben vor, Berufung einzulegen“, sagt Atillas Anwältin Cathy Fleming der Deutschen Presse-Agentur. Nach Stand vom Mittwoch soll das Strafmaß am 11. April verkündet werden. Atilla drohen Jahrzehnte hinter Gittern.

Türkische Regierung: Das ist eine Rechtsschande

Auch die Türkei hat den Schuldspruch gegen den türkischen Banker Hakan Atilla wegen Verstoßes gegen US-Sanktionen scharf verurteilt. Die in New York gefällte Entscheidung sei eine „ungerechte und unglückliche Entwicklung“, erklärte das Außenministerium in Ankara am Donnerstag. „Unser größter Wunsch ist, dass dieses Urteil, das in dieser Form zu einer Rechtsschande geworden ist, korrigiert wird.“ Das Außenministerium bezichtigte die US-Anklage, sich auf „gefälschte Beweise“ gestützt zu haben, die man politisch missbrauchen könne. Anhänger des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen hätten das Gerichtsverfahren zudem beeinflusst. Die Türkei sieht Gülen als Drahtzieher des Putschversuchs vom Juli 2016 und fordert von den USA die Auslieferung des Predigers.

Von RND/dpa

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