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Deutschland / Welt Türkei startet Militäroffensive in Syrien
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Türkei startet Militäroffensive in Syrien
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16:01 19.01.2018
Die Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) haben angekündigt, den türkischen Angriff „mit aller Macht zurückzuschlagen“. Quelle: dpa
Ankara

Im Syrienkonflikt droht eine gefährliche Eskalation. Trotz nachdrücklicher Warnungen der USA bekräftigt die Türkei ihre Entschlossenheit, militärisch gegen die Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens vorzugehen. Eine türkische Operation gegen die YPG könnte zu einer direkten militärischen Konfrontation mit den USA führen, die in der Region mit Militärbeobachtern präsent sind und in der YPG einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen die IS-Terrormiliz sehen.

Die türkischen Streitkräfte haben in den vergangenen Tagen starke Panzer- und Artillerieverbände in den Provinzen Hatay und Kilic an der syrischen Grenze zusammengezogen. In der Nacht zu Freitag nahm die türkische Armee mehrere Kurdendörfer jenseits der Grenze unter massiven Artilleriebeschuss. Verteidigungsminister Nurettin Canikli sagte am Freitag im TV-Sender A Haber, noch hätten die türkischen Streitkräfte zwar die Grenze nicht überquert, aber die Militäroperation habe mit dem Artilleriebeschuss „de facto begonnen“. Der Minister bekräftigte: „Alle Terror-Netzwerke im Norden Syriens werden eliminiert, es gibt keine andere Lösung.“

Syrische Kurden haben IS weitgehend vertrieben

Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der international als Terrororganisation geächteten PKK. Die syrischen Kurden haben in den vergangenen Monaten mit militärischer Unterstützung der USA den IS aus Nordsyrien weitgehend vertrieben und dort eine eigene Autonomiezone geschaffen. Die Kurdenmiliz kontrolliert auch die Enklave Afrin, gegen die sich der türkische Aufmarsch richtet. Die Türkei will die YPG aus Afrin vertreiben und so Pläne zur Bildung eines durchgehenden kurdischen Gebiets in Nordsyrien verhindern. In Ankara spricht man in diesem Zusammenhang von einem „Terrorkorridor“. Ein Sprecher der YPG sagte, man werde einen türkischen Angriff „mit aller Macht zurückschlagen“.

Die Sprecherin des Washingtoner State Departments hatte am Donnerstag an die Türkei appelliert, in Nordsyrien nicht militärisch einzugreifen. „Wir wollen, dass sie sich auf den Kampf gegen ISIS (die Is-Terrormiliz) konzentrieren“, sagte Heather Nauert. Dessen ungeachtet bekräftigte der türkische Verteidigungsminister am Freitag die Absicht Ankaras, gegen die YPG vorzugehen: „Die Bedrohung gegen die Türkei wächst von Tag zu Tag, wir werden die Operation durchführen und den Terror bekämpfen.“

Syrische Regierung will türkische Bomber abschießen

Zusätzliche Brisanz bekommen die türkischen Pläne durch eine Warnung aus Damaskus: Die syrische Regierung kündigte an, sie werde türkische Bomber und Kampfflugzeuge abschießen, wenn sie in den syrischen Luftraum eindringen. „Wir warnen die türkische Führung“, sagte der syrische Vize-Außenminister Faisal al-Mikdad: „Wir werden eine Militärintervention in Afrin als Angriff auf die Souveränität Syriens ansehen.“

Die geplante Offensive könnte auch neue Konflikte mit Russland heraufbeschwören, das im Syrienkonflikt auf der Seite des Regimes von Präsident Baschar al-Assad steht. Verteidigungsminister Canikli sagte, die Türkei stimme sich über die Militäroperation mit Russland ab. In Afrin sind rund 300 russische Soldaten stationiert. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Freitag, Russland habe begonnen, sein Militär aus Afrin abzuziehen.

Von Gerd Höhler/RND

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