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Deutschland / Welt Trumps Abräumer
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16:14 30.07.2017
Ex-Marine John F. Kelly: Laut Trump ein „echter Star“ der Regierung. Quelle: dpa
Washington

Ein früherer Vier-Sterne-General soll die Chaostage im Weißen Haus beenden. US-Präsident Donald Trump setzt John F. Kelly als neuen Stabschef an eine der wichtigsten Schaltstellen der Macht. Er löst den glücklosen Reince Priebus ab.

Der Ex-Marine Kelly würde in Filmen als klassisch harter Hund besetzt. Dem Vernehmen nach schätzt er Zucht und Ordnung. Wie das mit Trumps Impulsivität, seinem Hang zur Konfusion und den Reality-TV-ähnlichen Polit-Raufereien zusammengeht, wird interessant werden.

Vor wenigen Jahren noch wurden Stabschefs in glanzvollen Zeremonien im Weißen Haus gekürt. Heute rauscht, zack, ein präsidialer Tweet mit der Personalie durchs Netz. Und der bisherige Stabschef steht, buchstäblich, sehr nass und sehr alleine auf dem Rollfeld eines Flughafens bei Washington.

Der Chef der Heimatschutzbehörde gilt als „Falke der Grenzsicherung“

Trump mag Generäle sehr gerne und hat aus seiner Bewunderung für Ex-Militärs nie einen Hehl gemacht. Kelly sei ein „echter Star“ seiner Regierung, ließ der Präsident mehrfach verlauten. Der 67-Jährige Kelly leitete zuletzt als erster Nicht-Zivilist das Ministerium für Heimatschutz. Der knallharte Konservative kümmert sich um Einwanderung und Terrorabwehr. Er wird als „Falke der Grenzsicherung“ beschrieben. Jahrzehnte hatte er als Soldat gedient, wurde hochdekoriert. Seine Kampferfahrung könnte er noch brauchen.

Kelly ist eher als Abräumer denn als Brückenbauer bekannt, sonderlich vernetzt ist er in Washington nicht. So ließe sich seine Ernennung auch als ein Rückzug des Weißen Hauses auf sich selbst interpretieren, auf die harten Themen, die bei der Kernwählerschaft so gut verfangen. US-Medien und Regierungsexperten zumindest zweifeln an Kellys Eignung zum Stabschef. Er sei gänzlich unerfahren, wenn es nun auch um Dinge wie Steuern gehe, um Infrastruktur und administratives Klein-Klein.

Trump macht klar, wer der Bestimmer ist

Da ist Priebus ganz anders getaktet. Bestens vernetzt sollte der ehemalige Chef der republikanischen Partei Brücken in den Kongress bauen, den Trump für eine Reihe seiner Großprojekte mehr brauchen sollte, als ihm lieb ist. Auch ist Priebus ein enger Freund des mächtigen Sprechers des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. All das nutzte ihm nicht viel, die Raufereien und Flügelkämpfe im Weißen Haus bekam er so wenig in den Griff wie die großen Gesetzesvorhaben. Von Beginn an hatte er einen schweren Stand in der unerfahrenen Regierung.

Mit der Rochade macht Trump einmal mehr klar, wer der Bestimmer ist. Wer ihm blöd kommt, gefährlich wird oder nicht liefert, muss gehen. Oder wie Sprecherin Sarah Sanders sagt: „Wir dienen alle zum Wohle des Präsidenten.“

Von Martin Bialecki/dpa/RND

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