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Deutschland / Welt Trump nennt Macron nach Twitter-Ausbruch wieder „guten Freund“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trump nennt Macron nach Twitter-Ausbruch wieder „guten Freund“
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17:44 10.11.2018
Emmanuel Macron empfängt Donald Trump im Elysee-Palast. Quelle: imago/Future Image
Paris

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron unterstützt die Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach einem deutlich stärkeren europäischen Engagement in der Nato. Bei einem Treffen mit Trump im Élyséepalast sagte Macron: „Es ist unfair, dass die europäische Sicherheit heute nur durch die Vereinigten Staaten gewährleistet ist. Deshalb glaube ich, dass wir mehr europäische Kapazitäten, mehr europäische Verteidigung brauchen.“ Auch Trump forderte erneut eine gerechtere Lastenverteilung innerhalb der Nato.

Bislang liege die Last vor allem auf den USA, sagte Trump. „Wir wollen Europa helfen, aber es muss fair sein.“ Er fügte hinzu: „Andere Länder müssen auch helfen. Und der Präsident (Macron) und ich stimmen da sehr überein.“ Macron sagte: „Wenn Präsident Trump einen Staat der Vereinigten Staaten schützen oder verteidigen muss, bittet er nicht Frankreich oder Deutschland oder eine andere Regierung in Europa darum, das zu finanzieren.“

Macron äußerte sich auch zu seinem Vorstoß, zum Schutz vor Russland eine europäische Armee aufzubauen. „Ich teile die Ansicht von Präsident Trump, dass wir eine viel bessere Lastenverteilung innerhalb der Nato brauchen. Und deshalb glaube ich, dass meine Vorschläge für eine europäische Verteidigung damit vollständig übereinstimmen, weil das mehr Europa innerhalb der Nato bedeutet.“

Trump: „Wir haben viel gemeinsam“

Trump hatte Macrons Vorschlag nach seiner Ankunft in Paris am Freitagabend kritisiert. „Sehr kränkend“, schrieb Trump auf Twitter. „Vielleicht sollte Europa zuerst seinen gerechten Anteil an der Nato bezahlen, die die USA erheblich bezuschussen!“

Trump sagte bei dem Treffen, er und Macron seien in den vergangenen Jahren „sehr gute Freunde“ geworden. „Wir haben viel gemeinsam.“ Macron nannte Trump „meinen guten Freund“.

Trump sagte, auch der Handelskonflikt mit der EU stehe bei seinem Besuch auf der Tagesordnung. „Ich denke, wir haben große Fortschritte gemacht.“ Nun müsse es darum gehen, zu einer Einigung zu kommen. Macron sagte, man werde auch über den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie über die Kriege in Syrien und im Jemen sprechen. Am vergangenen Montag war eine zweite Runde von US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft getreten.

Macron hatte dem Sender Europe 1 am vergangenen Dienstag gesagt, Europa müsse sich gegen Russland militärisch wappnen und dazu eine eigene Armee aufstellen. Die Europäer dürften sich bei ihrer Sicherheit nicht nur auf die USA verlassen. In einer anderen Antwort – in der es nicht um den Aufbau der von Macron vorgeschlagenen Armee ging - hatte der französische Präsident gesagt, die Europäer müssten sich gegen Russland, China und sogar gegen die USA schützen.

Begrüßung mit erhobenem Daumen

Vor ihrem bilateralen Gespräch zeigten Macron und Trump vor Fotografen mit dem Daumen nach oben. Später war ein Mittagessen Trumps und Macrons gemeinsam mit den Ehefrauen geplant. Trump wirft europäischen Nato-Verbündeten seit langem vor, nicht genug für ihren Schutz auszugeben und sich stattdessen auf die USA zu verlassen. Er hat dafür besonders Deutschland angegriffen.

Der US-Präsident ist zu den Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren nach Paris gereist. Daran nehmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, der russische Präsident Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs teil.

Am Sonntag beginnt dann der „Weltkriegs-Gipfel“ in Paris. Höhepunkt wird eine große Gedenkfeier im Schatten des Pariser Triumphbogens sein. Am Nachmittag besucht die Kanzlerin ein Friedensforum, bei dem sie die Eröffnungsrede hält.

Das Spitzentreffen in Paris sei spannungsgeladen, meinten Diplomaten. Zu Verstimmungen zwischen den USA auf der einen und Frankreich und Deutschland auf der anderen Seite kam es spätestens mit Trumps einseitigem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Zudem entfachte Trump einen Handelskonflikt mit der EU und stieg aus dem Weltklimaabkommen aus. Für Trump ist es die erste Auslandsreise nach den US-Kongresswahlen.

Von RND/dpa