Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Trump sagt Besuch in Großbritannien ab

Peinlicher Twitter-Fehler Trump sagt Besuch in Großbritannien ab

US-Präsident sollte im Februar die neue US-Botschaft in London einweihen. Nun sagte er seinen Besuch mit einer harschen, großenteils faktisch falschen Begründung ab. Beobachter vermuten dagegen, dass er Angst vor Protesten gegen ihn hat.

Falscher Präsident, richtiger Ort: Die Wachsvariante Donald Trumps von Madame Tussaud steht als satirische Reaktion auf Trumps Absage vor der neuen US-Botschaft im Londoner Stadtteil Nine Elms.

Quelle: AP

London/Washington. Der britischen Regierung macht aber ein weiterer Termin Sorgen: Auch die royale Hochzeit des Jahres zwischen Prinz Harry und Meghan Markle könnte sich zu einem echten politischen Problem entwickeln.

US-Diplomaten in London sprachen in jüngster Vergangenheit stets mit etwas Wehmut im Ton. Sie würden mit einem weinenden Auge dem Umzug der Botschaft entgegenblicken – weg aus dem Nobelviertel Mayfair über die Themse gen Süden der Metropole. Nächste Woche ist es soweit, sie ziehen in die neue amerikanische Vertretung, in einen riesigen würfelförmigen Bau. Der imposante Klotz in Nine Elms liegt umgeben von vornehmlich modernen Wohnhäusern und wurde für 750 Millionen Pfund, umgerechnet eine Milliarde Dollar, gebaut. Im Februar, so der Plan, sollte US-Präsident Donald Trump die Botschaft mit großen Worten und noch größerem Tamtam einweihen. Doch daraus wird nichts.

„Ich soll das Band durchschneiden? NEIN“, verkündete der Republikaner am Freitag (Ortszeit) per Twitter. Seine Begründung für die harsche Absage: Er sei kein großer Fan davon, dass sein Amtsvorgänger Barack Obama die „vielleicht bestgelegene und feinste Botschaft in London“ für „Peanuts“ verkauft“ habe, nur um eine neue in einer entlegenen Lage für 1,2 Milliarden Dollar zu bauen. „Schlechter Deal“, schrieb er. Nur: Es war nicht Obama, der die Verlegung der Botschaft anberaumte, sondern im Jahr 2008 der ehemalige Präsident George W. Bush. Wegen Sicherheitsbedenken – das bisherige Gebäude wurde als anfällig für Terroranschläge gesehen – beschloss die damalige US-Regierung den Umzug.

Londons Bürgermeister begrüßt Trumps Absage als Einsicht

„Es scheint, als habe Präsident Trump die Botschaft vieler Londoner verstanden“, sagte der Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan. Sein Besuch wäre „ohne Zweifel auf Massen von friedlichen Protesten gestoßen. Kommt der US-Präsident nicht nach London „aus Angst, nicht willkommen geheißen zu werden“, wie jetzt Medien im Königreich ungewohnt einhellig meinen? Tatsächlich planten etliche Aktivisten bereits große Demonstrationen – gegen Trump, seine Politik und vor allem gegen die noch immer ausstehende Einladung zu einem Staatsbesuch, die Premierministerin Theresa May 2017 ausgesprochen hat. Immerhin, das Königreich braucht mächtige Verbündete und ein schnell nach dem Brexit abgeschlossenes bilaterales Handelsabkommen. Der Widerstand gegen den US-Präsidenten ist auf der Insel jedoch massiv.

So haben fast zwei Millionen Briten eine offizielle Parlamentspetition unterzeichnet, um zu verhindern, dass Trump die größte Ehre zuteil wird, die Großbritannien anzubieten hat. Die Vorstellung, dass Trump der rote Teppich ausgerollt wird, dass er in der vergoldeten Kutsche zum Palast fährt und sich in allem Pomp und Prunk baden kann, den die Royals zu bieten haben, dazu Erinnerungsfotos mit Königin Elizabeth II. bekommt, stößt vielen Briten auf. Noch gibt es kein Datum, der Staatsbesuch wurde immer wieder verschoben. Laut Medien herrscht bei Trump die Sorge, in den Protestmassen unterzugehen.

Wird Trump zur Royal-Hochzeit gar nicht erst eingeladen?

Hinzu kommt ein weiterer Termin, der Downing Street Kopfzerbrechen bereitet: Ausgerechnet die Hochzeit des Jahres, die Vermählung von Prinz Harry und Meghan Markle. Seit Wochen spekuliert die Presse über Befürchtungen der britischen Regierung, dass die Royals Obama einladen, aber Trump nicht auf der Gästeliste haben könnten. Und damit den US-Präsidenten brüskieren würden? Harry und Obama kennen und verstehen sich gut, aber hier geht es längst nicht mehr um persönliche Vorlieben und Animositäten. Die royale Hochzeit könnte sich zu einem echten politischen Problem entwickeln. Und die Enthüllungen von Michael Wolff, Autor des gerade erschienenen Buches über Donald Trump, dürften für weitere Sorgenfalten bei Theresa May sorgen.

Trump „will die ganze Zeit im Mittelpunkt stehen“

Denn laut Wolff könnte eine Nicht-Einladung zur Hochzeit sogar ein Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien nach dem Brexit gefährden. Zudem sehe Trump die Queen als Teil der Reality-Show-Welt und ein Treffen mit ihr schlichtweg als Möglichkeit, anzugeben und die Königin in den Schatten zu stellen. „Das ist die Trump-Vorgehensweise“, sagte Wolff gegenüber der „Mail on Sunday“. „Er mag es nicht, vor den Kopf gestoßen zu werden und will die ganze Zeit im Mittelpunkt stehen.“ Die Beziehungen zwischen London und Washington waren in den vergangenen Monaten angespannt. Zuletzt gab es Streit um islamfeindliche Videos einer rechtsradikalen britischen Gruppe, die Trump per Twitter weiterverbreitet hatte. Selbst um die Golfplätze des US-Präsidenten im Vereinigten Königreich gibt es Ärger.

Von Katrin Pribyl/RND

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr