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Deutschland / Welt Trump reist wohl zu Botschaftseröffnung in Jerusalem
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trump reist wohl zu Botschaftseröffnung in Jerusalem
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21:58 05.03.2018
Donald Trump (r.) am 5. März mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Weißen Haus. Quelle: dpa
Washington

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington eine mögliche Reise zur Eröffnung der neuen US-Botschaft in Jerusalem angekündigt. Er glaube, dass seine Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Vertretung dorthin zu verlegen, den Friedensprozess im Nahen Osten letztlich voranbringen werde, sagte Trump am Montag. Während die Palästinenser diesen Schritt vehement ablehnen, dankte ihm Netanjahu im Namen seines Volkes.

„Mr. President, die Leute werden sich für immer daran erinnern“, sagte Netanjahu. Er stellte Trump dabei in eine Reihe mit dem persischen König Kyros, der den Juden vor 2500 Jahren erlaubte, von Babylon nach Jerusalem zurückzukehren, mit dem früheren britischen Außenminister Arthur Balfour, der 1917 die Gründung eines jüdischen Staates im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina befürwortete, und mit Ex-Präsident Harry Truman, der 1948 als erster ausländischer Staatschef Israel anerkannte.

Die arabische Welt hatte Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, hingegen verärgert. Und auch westliche Staaten lehnten den Schritt ab, weil bisher der internationale Konsens war, dass der Status der Stadt über Verhandlungen geklärt werden muss. Denn die Palästinenser beanspruchen den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines möglichen künftigen Staates für sich.

Trump sagte bei dem Treffen hingegen, seine Entscheidung sei „in einem großen Teil der Welt“ begrüßt worden. Indem er beim Streitthema Jerusalem Fakten geschaffen habe, sei das erst einmal vom Tisch. „Das gibt uns eine echte Chance auf Frieden.“ Er glaube, dass die Palästinenser trotz ihres Ärgers an den Verhandlungstisch zurückkehren würden, sagte Trump. Worauf er diese Annahme stützte, blieb unklar. Denn die Palästinenser verweigern seit der Jerusalem-Anerkennung jegliche Vermittlung der USA in ihrem Konflikt mit Israel.

Dennoch gab sich Trump zuversichtlich, dass er eine neue Friedeninitiative auf den Weg bringen kann. Ein Team unter Leitung seines Schwiegersohns Jared Kushner sei bereits fast fertig mit einem Vorschlag. Ob der bei der geplanten Reise zur Eröffnung der provisorischen Botschaft im Mai vorgestellt werden wird, blieb aber unklar. Sie soll mit dem 70. Jahrestag der Gründung Israels zusammenfallen.

Von RND/AP