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Deutschland / Welt Trump kollidiert mit Kant
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trump kollidiert mit Kant
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18:33 08.06.2018
Gelandet: US-Präsident Donald Trump bei der Ankunft der kanadischen Militärbasis Bagotville. Quelle: AP
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Lieber gibt er ihnen kleine Kostproben seiner Macht. Erst deutet er an, dass er wohl die G-7-Tagung leider früher verlassen müsse, um noch schnell die Welt zu retten, beim Treffen mit dem Machthaber von Nordkorea. Dann wirft er schon mal vorab einen Knallfrosch in die Runde – mit dem Ruf nach einer Rückkehr Russlands in den G-7-Kreis.

Beide Themen hätten Bestandteil sein können einer klug abgestimmten gemeinsamen Erklärung der G7 am Ende des Treffens. Doch Trump will nun mal partout nicht eingebunden sein in irgendeinen internationalen Kontext.

„America first“: Jeden Tag will Trump seinen eigenen Anhängern und dem Rest der Welt zeigen, was das heißt. Die Supermacht USA tut jetzt einfach, was ihr gefällt – ohne jede Rücksicht auf andere oder gar auf irgendein systematisches internationales Zusammenwirken. Wenn er will, lässt Trump ganze Regelwerke kollabieren, von Handelsverträgen über das Iran-Abkommen bis zum Klimaschutz.

Dass Berlin seine Schutzzölle „rechtswidrig“ nennt, ist ihm ebenso egal wie die Klagen der EU bei der Welthandelsorganisation. „Multilaterale internationale Organisationen“, grummelte Trumps neuer Wirtschaftsberater Larry Kudlow kurz vor dem G-7-Gipfel, „werden nicht die amerikanische Politik bestimmen.“

Im Klartext: Trump beginnt sich zu erheben über alle und alles, auch über internationales Recht. Dies ist keine Krise, die sich mit politischen oder stilistischen Spannungen zwischen Trump auf der einen und Angela Merkel und Emmanuel Macron auf der anderen Seite erklären ließe. Es geht um etwas viel Größeres, etwas Kolossales, letztlich um eine Kollision Trumps mit einem Europäer namens Immanuel Kant.

Nationalisten geraten mit Blick auf Trump in wohlige Schwingungen

Der Königsberger Philosoph, einer der bedeutendsten Denker des Abendlandes, lehrte: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“ Exakt dies ist bei Trump nicht der Fall. So, wie die USA unter seiner Führung agieren, könnte nicht die ganze Staatenwelt handeln.

Was wäre denn die Folge, wenn jede Nation von nun an die „erste“ sein will, „great again“? Und was bewirkt Trump allein schon durch sein Vorbild, in Russland, in China, in Deutschland? Weltweit geraten Nationalisten mit Blick auf Trump in wohlige Schwingungen: Machen wir es doch wie er.

Aufwallungen kommen in Gang, die nur schwer kontrollierbar sein werden und am Ende auch den USA schwer schaden könnten. Nachdenkliche Amerikaner spüren es längst. Trump und seine Leute aber haben ihre selbstgerechte Politik der dröhnenden Posen nicht zu Ende gedacht. Kant war da schon weiter, am Ende des 18. Jahrhunderts.

Von Matthias Koch/RND

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