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Deutschland / Welt Merkels schwierigste Mission
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22:42 27.04.2018
Ein Kuss auf die Wange: Präsident Trump begrüßt die Bundeskanzlerin am Eingang des Weißen Haus. Quelle: AP
Washington

Politische Verhandlungen beginnen oft mit Gastgeschenken, die Atmosphäre muss gelockert werden, der Gesprächspartner gut gestimmt. Welche besondere Bedeutung Launen bei Donald Trump haben, ist bekannt. Und so hat auch die Bundeskanzlerin Geschenke auf ihrer Reise zum US-Präsidenten am Freitag mitgenommen.

Für Donald Trump hatte sie einen Kupferstich von 1705 mit der Karte der Rheinpfalz, aus der Trumps Vorfahren einst in die Vereinigten Staaten einwanderten. Und First Lady Melania erhielt eine Dose aus Meißener Porzellan. Geschenke, die das Präsidentenpaar nicht nur erfreuen sollen, sondern auch daran erinnern wie viele Menschen, Kulturgüter, Waren den Weg aus Deutschland Tag für Tag nach Amerika finden. Denn darum ging es bei diesem Besuch vorrangig, jedenfalls aus deutscher Sicht: Den Austausch, den Handel zwischen den Ländern so lebendig zu halten, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Zum Wohl beider Seiten.

Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA ist angespannt. Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Trump und Merkel sollten der drohende Handelskrieg mit der Europäischen Union stehen. Außerdem wird es um den Atom-Deal mit dem Iran und die Lage in Syrien gehen.

Für die harten Themen blieb nur wenig Zeit

Der erste Besuch von Bundeskanzlerin Merkel bei Trump nach ihrer Wiederwahl war kein Staats- sondern ein Arbeitsbesuch. Merkels Umfeld hatte in den Tagen zuvor bereits keine Gelegenheit ausgelassen, diesen Unterschied zum Auftritt des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wenige Tage zuvor zu betonen. Dahinter steckte freilich auch eine realistische Einschätzung der Lage. Merkel war mit einer außergewöhnlich schweren Mission noch Washington gereist. Selten hatte sie derartig komplizierte und drängende Probleme zugleich im Gepäck.

An erste Stelle stand dabei die drohenden Zölle auf Stahl und Aluminiumimporte in die USA im Mai, der die deutsche Autoindustrie schwächen würde. Dazu das Anti-Nuklear-Abkommen mit dem Iran, das Trump immer wieder aufzukündigen droht. Und bei dem er am 12. Mai erneut eine Grundsatzentscheidung treffen muss. Schließlich auch noch der Dauerstreit bei den Verteidigungsausgaben, Russland-Sanktionen, die umstrittene Nord Stream Pipeline. Viele Themen für 20 Minuten Vieraugengespräch und ein anschließendes Mittagessen: Mehr Zeit war nicht vorgesehen.

Merkel hat auch etwas Lob im Gepäck

Der East Room im Weißen Haus ist mit Kameras gefüllt, als Trump und Merkel nach dem gemeinsamen Essen eintreten. Würde es wieder zu einem Duell beim Handschlag kommen, oder gar zu Verbrüderungsgesten wie bei Macron? Nichts war davon zu spüren. Trump und Merkel treten sich freundlich distanziert gegenüber. Trump verzichtet auf Provokationen, Merkel lobt demonstrativ das Engagement des Präsidenten im Korea-Konflikt.

Doch bei den entscheidenden Themen ist trotz der oberflächlichen Freundlichkeit keine Einigung erzielt worden. „Der Präsident wird entscheiden“, sagte Merkel auf Nachfrage sowohl zum Handel als auch zum Iran. Und tatsächlich wird Trump die Entscheidungen in den kommenden Wochen treffen, ohne dass Merkel noch Einfluss darauf nehmen kann.

Dennoch musste Merkel am Freitagabend nicht unzufrieden abreisen. Die große Show hatte in dieser Woche Emmanuel Macron, keine Frage. Doch Merkel hat eine schwierige Reise auf sich genommen, um in den Sachfragen weiterzukommen. Dass Macron im Scheinwerferlicht stehe, mache Merkel nichts aus, heißt es in ihrem Umfeld. Vielleicht braucht es an diesem Freitag beim US-Präsidenten genau diese Bescheidenheit, um etwas zu erreichen.

Von Gordon Repinski/RND

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