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Deutschland / Welt Trump: Niemand sollte zur Flucht gezwungen sein
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trump: Niemand sollte zur Flucht gezwungen sein
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17:06 21.05.2017
Trump in Riad: Der US-Präsident kurz vor seiner mit Spannung erwarteten Rede. Quelle: AP
Riad

US-Präsident Donald Trump ist am Sonntag in der saudischen Hauptstadt Riad zu einem Gipfeltreffen mit Führern islamischer Staaten zusammengekommen. Am Nachmittag hielt Trump dort eine lang erwartete Grundsatzrede über den Islam. Er rief die islamischen Staaten darin zu einem starken Kampf gegen den Terrorismus auf. „Das ist eine Schlacht zwischen Gut und Böse“, erklärte Trump.

„Unser Ziel ist eine Koalition von Nationen, die das Ziel teilen, den Extremismus auszumerzen“, sagte der US-Präsident. Die Staaten des Nahen Ostens könnten aber nicht auf die USA warten, „um den Feind zu zerschlagen“. Das Übel könne nur überwunden werden, wenn die „Kräfte des Guten vereinigt und stark sind - und wenn jeder in diesem Raum seinen fairen Teil dazu beiträgt und seinen Teil der Last trägt.“

Donald Trump ist seit Jimmy Carter der erste US-Präsident, der in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit gar nicht im Ausland war. Deswegen wird seine erste Reise nun mit Spannung begleitet.

Es gehe nicht um eine Schlacht zwischen verschiedenen Religionen oder Zivilisationen. „Das ist eine Schlacht zwischen barbarischen Kriminellen, die das menschliche Leben auslöschen wollen, und anständigen Menschen aller Religionen, die es beschützen wollen.“ Die Amerikaner wollten niemandem einen Lebensstil aufzwingen, vielmehr ginge es darum, Frieden im mittleren Osten zu schaffen und den Wohlstand auszubauen. „Wir sind nicht hier, um Menschen zu belehren oder ihnen zu sagen, wie sie zu glauben haben. Wir sind hier, um unsere Partnerschaft anzubieten. Wir werden im Geiste der Zusammenarbeit und des Vertrauens unsere Hände ausstrecken“, versicherte Trump. Das Übel des Terrorismus könne nur gemeinsam überwunden werden. Die arabischen Staaten müssten sicherstellen, „dass Terroristen keinen sicheren Ort auf ihrem Staatsgebiet finden“, sagte Trump. Er forderte: „Vertreibt sie!“

Fast alle der Opfer islamistischen Terrors kämen aus überwiegend muslimischen Ländern. Es handele sich dabei um „ein gewaltiges Ausmaß“. Man dürfe den Terror unabhängig vom Glauben weder akzeptieren noch ignorieren, mahnte der US-Präsident. Er rief dazu auf, die wirtschaftlichen Verhältnisse muslimischer Länder so zu verbessern, dass niemand mehr zur Flucht gezwungen werde. Saudi-Arabien zufolge nehmen an dem Gipfeltreffen Vertreter von mehr als 50 islamischen Staaten teil.

Der US-Präsident war in der Vergangenheit wiederholt mit anti-islamischen Äußerungen aufgefallen. Das Treffen in Riad soll deshalb auch als Neustart der Beziehungen zur islamischen Welt dienen.

Trump soll 25 Minuten reden

Die Rede Trumps wurde nach US-Medienberichten auch als Antwort auf eine vielbeachtete Ansprache seines Vorgängers Barack Obama 2009 in Kairo gesehen. Obama beschwor seinerzeit den Willen zur Versöhnung nach den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie schwerer Menschenrechtsverletzungen in US-Gefängnissen und -Lagern. Er sagte, dass die Terroranschläge vom 11. September 2001 vom „engstirnigen Hass einer kleinen Gruppe“ ausgingen und nichts mit dem tiefen Glauben einer Milliarde Menschen gemein hätten.

Trumps Rede – laut „New York Times“ geschrieben vom politischen Berater Stephen Miller – fiel nach Zeitplan mit etwa 25 Minuten zumindest deutlich kürzer aus als die einstündige Rede Obamas.

Russland-Affäre wirft Schatten

Der US-Präsident war am Samstagmorgen begleitet von seiner Frau Melania, seiner Tochter Ivanka und ihrem Mann Jared Kushner in der saudischen Hauptstadt Riad zum Auftakt seiner ersten Auslandsreise im Amt angekommen. Gleich am Flughafen nahm er an einem traditionellen Schwerttanz teil, von dem Videos im Internet kursieren.

Trumps erste Auslandsreise wird in den USA von neuen Entwicklungen in der Russland-Affäre überschattet. Trotz des immensen Drucks hatte sich Trump am Samstag zufrieden mit einer Reihe von abgeschlossenen Wirtschafts-Verträgen und einem Waffendeal mit Saudi-Arabien gezeigt. Die Abkommen sollen ein Gesamtvolumen von etwa 300 Milliarden US-Dollar haben. US-Außenminister Rex Tillerson bezeichnete die Rüstungsgeschäfte als „eine starke Botschaft an unseren gemeinsamen Feind“ Iran.

Von RND/dpa/are