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Deutschland / Welt Terrorverdächtiger plante Anschlag auf russische Botschaft
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Terrorverdächtiger plante Anschlag auf russische Botschaft
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19:22 10.04.2017
Der 25-Jährige soll die russische Botschaft im Visier gehabt haben. Quelle: dpa
Leipzig

Die Staatsanwaltschaft Dresden übernimmt die Ermittlungen gegen den Terrorverdächtigen aus Borsdorf. Das bestätigten Behördensprecher Steve Schulze-Reinhold. Hintergrund ist der Tatvorwurf: Der 25-jährige Marokkaner soll eine „schwere staatsgefährdende Gewalttat“ vorbereitet haben. Solche Staatsschutzdelikte werden per Sonderzuständigkeit in Dresden bearbeitet.

Spezialkräfte des Landkriminalamtes (LKA) hatten den mutmaßlichen Terroristen a m vergangenen Sonnabend in einem Flüchtlingsheim in Borsdorf (Kreis Leipzig) festgenommen. Nach Angaben des „Tagesspiegels“ wollte er einen Anschlag auf die russische Botschaft in Berlin Unter den Linden verüben. Das Blatt beruft sich auf Sicherheitskreise. Demnach sei das Bundesamt für Verfassungsschutz auf die Spur des Nordafrikaners gekommen. Mohammed B.-H. habe sich in eine Demonstration vor der Botschaft mischen wollen. Hintergrund sei offenbar die russische Unterstützung für den syrischen Machthaber Baschar al Assad. Was er genau plante, ist noch unklar. Schulze-Reinhold wollte weder die Identität noch das angebliche Anschlagsziel bestätigen. Dazu lägen ihm noch keine Angaben vor.

Verfassungsschutz beobachtet seit Februar

Offenbar reichen die Anhaltspunkte gegen den 25-Jährigen nicht für eine Untersuchungshaft aus. Nach LVZ-Informationen wurde gegen ihn vorsorglich nur ein zweiwöchiger Polizeigewahrsam vom Amtsgericht angeordnet, um eine Gefahr abzuwehren. Das bestätigte inzwischen auch die Staatsanwaltschaft in Dresden.

Der Verfassungsschutz wurde offenbar Anfang Februar auf den Marokkaner aufmerksam. Er wird auch für eine Bombendrohung im Bildungs- und Technologiezentrum in Borsdorf verantwortlich gemacht. Offenbar war er es, der damals zwei Schüler vor dem Gebäude angesprochen und sie davor gewarnt hatte, in die Einrichtung zu gehen, weil sich in seinem Rucksack eine Bombe befinde. Die Schüler informierten daraufhin die Schulleitung, die das Gelände räumen ließ. Beschrieben wurde der Unbekannte damals als südländischer, etwa 1,80 Meter großer Typ zwischen 30 und 35 Jahren, mit dunklen Haaren und dunklem Bart.

Bundesermittler beobachten Fall in Sachsen

Mit Interesse verfolgen auch das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundesanwaltschaft (BA) den Fall aus Sachsen, ohne aber bisher selbst tätig zu werden. Beim BKA laufen in der Regel die Fäden zusammen, wenn eine ausländische Einrichtung in der Bundesrepublik von einem möglichen Terrorakt bedroht ist. „Wir halten uns noch im Hintergrund“, sagte eine Sprecherin und verwies auf die Federführung der sächsischen Ermittler.

Auch die Karlsruher Beamten der BA sollen im Moment nicht wie im Fall Al Bakr im vergangenen Oktober tätig werden. Der Fall des mutmaßlichen syrischen Attentäters, der sich später in seiner Zelle im Gefängnis in Leipzig erhängte, habe eine „besondere Bedeutung“ gehabt, sagte ein Sprecher der BA. Bei Al Bakr waren damals anderthalb Kilo hochexplosiver Sprengstoff gefunden worden, wie eine Untersuchungskommission später veröffentlichte.

Von Matthias Roth/LVZ/RND

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