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Deutschland / Welt Telefonieren mit Erdogan – Gnade oder Graus?
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Telefonieren mit Erdogan – Gnade oder Graus?
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13:17 03.09.2017
Emmanuel Macron und Recep Tayyip Erdoğan Quelle: pool AFP
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Paris

Wenn Macron zum Beispiel daran denke, dass er alle zehn Tage mit Erdogan sprechen müsse. Das hörte sich nicht so an, als seien die Gespräche mit dem türkischen Kollegen für Macron ein reines Vergnügen.

Die häufigen Telefonate Macrons mit Erdogan haben einen Grund. Er heißt Loup Bureau. Der französische Journalist wurde am 26. Juli festgenommen, als er am Grenzübergang Habur aus dem Nordirak in die Türkei einreise wollte. Bei ihm wurden Fotos gefunden, die ihn mit Kämpfern der syrischen Kurdenmiliz YPG zeigen. In der Türkei reicht das für Ermittlungen wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation – als solche betrachtet man in Ankara die YPG. Am 2. August ordnete ein Gericht in der Grenzstadt Sirnak Untersuchungshaft für Bureau an. In mehreren Gesprächen mit Erdogan bemüht sich Macron seither um die Freilassung des Journalisten, zuletzt in einem Telefonat am 27. August – bisher vergeblich.

Macrons Bemerkung über die „uncoolen“ Gespräche mit Erdogan blieben in Ankara nicht unbemerkt. Er wisse nicht, was Macron damit meine, erklärte der türkische Staatschef. Wenn Macron mit ihm telefonieren wolle, werde er ihn nicht abweisen, versicherte Erdogan. Er verstehe Macrons Äußerung so, dass es für den Franzosen „eine positive Sache“ sei, mit ihm zu sprechen.

Deutlicher wurde der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci. Bei einem Treffen von Funktionären der Regierungspartei AKP im westtürkischen Denizli richtete Zeybekci das Wort direkt an Macron: „Als ein Kind dieser Nation sage ich Ihnen: Eines Tages werden Sie voller Stolz zurückblicken und sich rühmen: ‚Ich habe mit Recep Tayyip Erdogan gesprochen‘“. Macron solle nicht vergessen, „dass die Gespräche, die Erdogan mit Ihnen führt, für Sie ein Privileg sind.“

Dass sich ausgerechnet Zeybekci in die Debatte um den inhaftierten französischen Journalisten einschaltet, ist kein Zufall. Obwohl es nicht zu seinem unmittelbaren Amtsbereich gehört, zeigt der türkische Wirtschaftsminister großes Interesse an Fragen des Strafvollzugs. Nach dem Umsturzversuch gegen Erdogan vom Juli 2016 drohte Zeybekci den Putschisten grausame Bestrafung an: Sie würden „nie wieder Sonnenlicht sehen und keine menschliche Stimme hören, solange sie atmen“. In zwei Quadratmeter großen Löchern würden sie „sterben wie Kanalratten“.

Von Gerd Höhler/RND

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