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Deutschland / Welt Sozialverbände sagen der AfD den Kampf an
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13:32 23.04.2018
Nach dem Kleinen Antrag der AfD zu aktuellen Zahlen von schwerbehinderten Menschen in Deutschland war für Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, klar: „Jetzt ist Schluss.“ Quelle: dpa
Berlin

In ihrer Anfrage vom 23. März 2018 wollte die AfD wissen, wie sich die Zahl der Behinderten in Deutschland seit 2012 entwickelt habe, und zwar insbesondere „durch Heirat innerhalb der Familie“. Daran schlossen sie die Frage an, wie viele dieser Fälle einen Migrationshintergrund hätten.

„Entschlossen gegen unerträgliche Menschenfeindlichkeit stellen“

Für die Sozialverbände in Deutschland lag die unausgesprochene Verbindung zwischen Behinderung, Inzest und Migration auf der Hand: „Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen“, heißt es in der entsprechenden Anzeige in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Für die Sozialverbände wurde durch die perfide Anfrage eine Linie überschritten. „Allen war klar: Jetzt ist Schluss!“, sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Bisher habe man die Strategie der Zurückhaltung verfolgt. „Wir waren sehr vorsichtig und haben gesagt: Jegliche Provokation der AfD, auf die man eingeht, macht sie stärker. Wir haben aber festgestellt, dass sie auch stärker wird, wenn man nicht reagiert.“

Nüchterne Anfrage, um Handlungsbedarf zu erkennen

Die verantwortliche AfD-Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst will die Aufregung nicht verstehen. Bei ihrer Anfrage zu Behinderten in Deutschland gehe es um Faktenwissen, um Handlungsbedarf zu erkennen, auch darum, ob eventuell eine bessere Ausstattung nötig sei, versichert sie auf ihrer Facebook-Seite. „Aber in den Köpfen der linken Eliten poppt reflexartig im Zusammenhang mit Behinderten das Schlagwort „Euthanasie“ auf.“

„So ein großes Bündnis haben wir noch nie zusammen bekommen“

Die Zeitungsanzeige soll ein Warnruf sein. Unter der Überschrift „Es geht uns alle an: Wachsam für die Menschlichkeit“ heißt es darin: „Die Fraktion der AfD erkundigt sich vordergründig nach der Zahl behinderter Menschen in Deutschland, suggeriert dabei jedoch in bösartiger Weise einen abwegigen Zusammenhang von Inzucht, behinderten Kindern und Migrantinnen und Migranten.“

Die Anfrage der AfD erinnere damit „an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte, in denen Menschen mit Behinderung das Lebensrecht aberkannt wurde und die zu Hunderttausenden Opfer des Nationalsozialismus wurden“. Zu den Unterzeichnern zählen auch zahlreiche Behindertenorganisationen. „So ein großes Bündnis haben wir noch nie zusammenbekommen“, sagt Schneider.

Mehr als 94 Prozent der schwerbehinderten Menschen Deutsche

Die Bundesregierung hat die Anfrage der AfD-Abgeordneten trotzdem bereits beantwortet. „Daten zum Familienstand der Eltern von Kindern mit Behinderungen werden in der Statistik der Schwerbehinderten nicht erhoben“, erklärt das Bundesinnenministerium nüchtern. Bei mehr als 94 Prozent der schwerbehinderten Menschen handele es sich um Deutsche.

Von dpa/RND/lf

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