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Deutschland / Welt Schweigegeld aus Trumps Wahlkampfkasse?
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schweigegeld aus Trumps Wahlkampfkasse?
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14:56 26.01.2018
Während Donald Trump im schweizerischen Davos weilt, braut sich in den USA neues Ungemach für ihn zusammen. Quelle: AP
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Washington

In einem Brief an die Justizausschüsse des Repräsentantenhauses und des Senats fahren die streitbaren Politikbeobachter schweres Geschütz auf: Wenige Wochen vor Beginn des Wahlkampfes habe Donald Trumps Anwalt 130.000 Dollar an Stephanie Clifford gezahlt, um eine frühere Affäre unter der Decke zu halten. „Nach allem, was uns bisher bekannt geworden ist, könnte ein grober Verstoß gegen die Wahlkampfregeln vorliegen“, sagt Karen Hobert Flynn, Direktorin von Common Cause.

Die Wahlkampffinanzierungsgesetze seien nach dem Watergate-Skandal in den siebziger Jahren verschärft worden und hätten sich zu einem Schutzwall der amerikanischen Demokratie entwickelt: „Wenn wir nicht auf die Durchsetzung dieser Gesetze achten, bringen wir unser gesamtes Wahlsystem in Gefahr“, so Flynn.

Nach Erkenntnissen von Common Cause betrieb Trumps Anwalt einen enormen Aufwand, um die pikante Angelegenheit aus der Welt schaffen. Demnach gründete Michael Cohen am 17. Oktober 2016 in Delaware eigens die Firma „Essential Consultants LLC“, um das Geld an einen Anwalt weiterzuleiten, der Cliffords Interessen vertritt. Ein Verfahren, das nach Einschätzung von Flynn höchst dubios ist: „Die Wähler haben im Vorfeld von Präsidentschaftswahlen einen Anspruch auf Transparenz. Sie müssen die Wahrheit über geheime Zahlungen erfahren, die unmittelbar vor der Wahlkampagne geleistet wurden.“

Tatsächlich sind die Umstände des Geldtransfers äußerst seltsam. Nach Einschätzung von Beobachtern wählte Cohen ganz gezielt Delaware als Firmensitz, da es der einzige Bundesstaat ist, in dem die tatsächlichen Geldgeber eines Unternehmens verschleiert werden können. Nach der Firmengründung sei umgehend die vereinbarte Summe überwiesen worden, wobei auch die Empfängerin getarnt wurde - Clifford erhielt das Pseudonym „Peggy Peterson“.

Zeitung von Trump-Vertrautem Murdoch veröffentlicht Details

Erstaunlicherweise war es das konservative Wall Street Journal, das vor wenigen Tagen den Stein ins Rollen brachte. Obwohl die Zeitung seit einigen Jahren zum Konzern des Trump-Vertrauten Rupert Murdoch gehört, veröffentlichte das Blatt unzählige Details, die für den Chef des Weißen Hauses unangenehm werden dürften. Cohen und Clifford, genannt Stormy Daniels, bestreiten zwar die Darstellungen, doch die Zeitung nimmt nicht eine Zeile zurück.

Demnach soll sich 2006 - kurz nach der Geburt von Trumps jüngstem Sohn Barron - zwischen dem Immobilienmogul und Clifford eine außereheliche Beziehung entwickelt haben, die etwa ein Jahr andauerte und bis vor wenigen Tagen öffentlich nicht bekannt war.

Wie die Washington Post lapidar anmerkt, wäre die offensichtlich einvernehmliche Affäre angesichts der sonstigen Fehltritte des Präsidenten kaum eine Erwähnung wert. Doch eine Zahlung von 130.000 Dollar unter ominösen Umständen lasse die Alarmglocken schrillen.

Stammt das Geld aus der Wahlkampfkasse, drohen Ermittlungen

Auch Common Cause will die damalige Beziehung zwischen Trump und Clifford nicht weiter erhellen, fordert allerdings konkrete Auskunft über den Ursprung des Schweigegeldes. Nach Flynns Einschätzung sei es strafbar, sollte das Geld aus der Wahlkampfkasse stammen. Aber selbst, wenn die familieneigene „Trump Organization“ die Summe aufgebracht haben sollte, würde der Fall vor Gericht landen, da es ein wahlkampfunterstützender Vorgang wäre, der verheimlicht wurde.

Doch ganz gleich wie das juristische Tauziehen ausgeht, entwickelt die Affäre eine ungeahnte Eigendynamik. So ist am Sonnabend in Las Vegas eine große Strip-Show geplant, zu der Clifford als „130 000-Dollar-Frau“ angekündigt wird. Als einmaliges Honorar sollen 75 000 Dollar im Gespräch sein.

Und auch Trumps Ehefrau findet offenbar eine spezielle Antwort auf die jüngsten Veröffentlichungen. Am Montag, als sich zum 13. Mal ihr Hochzeitstag jährte, gab Melania Trump bekannt, ihren Ehemann entgegen der ursprünglichen Planungen nicht nach Davos zu begleiten. „Es gibt logistische Schwierigkeiten“, sagte ihre Sprecherin Stephanie Grisham.

Anstatt sich mit den Wirtschaftseliten in den Schweizer Alpen zu treffen, besuchte die First Lady am Donnerstag das Holocaust Museum in Washington und ließ sich von Direktorin Sara Bloomfield durch die Ausstellung führen. Später am Abend reiste die 47-Jährige für einen außerplanmäßigen Besuch zu ihrem Feriensitz Mar-a-Lago in Florida.

Von RND/Stefan Koch

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