Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Umstrittene Migrations-Thesen

Sarrazin schweigt zu Entlassungs-Anträgen

Eingeleitete Entlassung als Bundesbank-Vorstandsmitglied und SPD-Parteimitglied: Thilo Sarrazin schweigt zu den Verfahren - und verteidigt die umstrittenen Migrations-Thesen seines Buches. Der Landesvorstand der Berliner SPD berät am Montagnachmittag über den Parteiausschluss.
Thilo Sarrazin bei einer Podiumsdiskussion: Über die gegen eingeleiteten Entlassungs-Verfahren schweigt er.

Thilo Sarrazin bei einer Podiumsdiskussion: Über die gegen eingeleiteten Entlassungs-Verfahren schweigt er.

© dpa

Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin will sich offenbar zu seiner von der Bundesbank beantragten Entlassung oder dem SPD-Ausschlussverfahren öffentlich nicht mehr äußern. Antworten auf entsprechende Fragen verweigerte er am Montagvormittag am Rande einer Podiumsdiskussion. Lediglich zu einem Angebot des früheren Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD), ihn vor der SPD-Schiedskommission zu verteidigen, sagte Sarrazin: „Da rede ich erstmal mit Herrn von Dohnanyi.“ Inzwischen wird Sarrazin von vier Leibwächtern des Bundeskriminalamtes begleitet. Am Montagnachmittag wollte die Berliner SPD-Spitze über das Ausschlussverfahren beraten.

Dohnanyi hatte Sarrazin in einem Beitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ in Schutz genommen und geschrieben, er sei bereit, ihn vor der SPD zu verteidigen. Sarrazin würde wegen seines umstrittenen Buchs „aus keiner anderen europäischen Linkspartei ausgeschlossen“, zeigte sich Dohnanyi überzeugt.

In der Diskussion des „Behörden Spiegels“, an der auch die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) teilnahm, verteidigte Sarrazin erneut die Hauptthese seines Buches, dass besonders muslimische Einwanderergruppen oft zu wenig integrationsbereit seien. “70 Prozent der Migranten sind bestens integriert in der zweiten Generation. 30 Prozent haben enorme Probleme und das sind die Migranten aus den muslimischen Ländern.“

Der Landesvorstand der Berliner SPD wollte am Nachmittag gegen 16.30 Uhr über den geplanten Parteiausschluss beraten. Erwartet wird, dass sich die Parteispitze dem vom Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf eingeleiteten Verfahren anschließt. Landesparteichef Michael Müller hatte bereits gesagt, die Haltung des früheren Finanzsenators sei mit den Grundwerten der SPD unvereinbar. Müller will um 17.30 Uhr eine Erklärung abgeben. Auch die Bundespartei hat die Einleitung des Ausschlussverfahrens bereits beschlossen.

Sarrazin, der während der Debatte auch Zwischenapplaus erhielt, wurde beim Verlassen des Gebäudes in der Friedrichstraße beschimpft. Während er begleitet von den Leibwächtern zu seinem Auto ging, rief ein junger Mann aus einem an der Ampel wartenden Wagen: „Sarrazin, Du Nazischwein.“

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige

Umfrage der Woche

VfL-Neuzugänge

Zahlreiche Neuzugänge verstärken in der Rückrunde den VfL Wolfsburg. Wer macht bislang den besten Eindruck?

Bild der Woche

Der Winter hat ganz Deutschland fest im Griff - bei zum Teil rekordverdächtigen Minusgraden hilft nur: Warm anziehen und das Wetter geniessen.

zur Galerie

Magazine

Videos aus Wolfsburg und Gifhorn

Freitags neu: Videos aus unserer Region

Film ab in Wolfsburg und Gifhorn: In Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender tv38 zeigen wir ausgewählte Ereignisse in der Region auch als Video. Schauen Sie rein! mehr


 

Videos

Die Welt im Film

Hier können Sie sich zu allen Bereichen informieren, egal ob es sich um Nachrichten aus aller Welt handelt oder die Filmtrailer der aktuellen Kinowoche. Für jeden ist etwas dabei. mehr