Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Entlastungen

SPD warnt vor Schattenhaushalten

Mit dem Start der neuen Bundesregierung soll es ein Sofortprogramm mit finanziellen Entlastungen und Erleichterungen auf dem Arbeitsmarkt geben.
 „Es werden extrem ernste Monate werden“: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Es werden extrem ernste Monate werden“: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

© ddp

In Kreisen der künftigen schwarz-gelben Koalition wurden am Dienstag folgende Aspekte bestätigt: Steuersenkungen, Verbesserungen beim Kindergeld und Kinderfreibetrag sowie eine Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen beim Bezug von Arbeitslosengeld II und Liberalisierungen bei der Beschäftigung von ausländischen Pflegehilfen.

Die konjunkturbedingten Einnahmeausfälle bei der Bundesagentur für Arbeit von voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Euro in den kommenden Jahren und beim Gesundheitsfonds von etwa zehn Milliarden sollen in einen Sonderfonds außerhalb des Bundeshaushalts aufgenommen werden. Noch in diesem Jahr ist dazu ein dritter Nachtragshaushalt des Bundes vorgesehen.

Der geplante Schattenhaushalt stieß am Dienstag auf scharfe Kritik der Opposition. Der SPD-Finanzexperte Joachim Poß sagte, sollte es tatsächlich zu dem Sonderfonds kommen, „hätte Schwarz-Gelb in der Haushaltspolitik bereits vor dem Start jede Glaubwürdigkeit verspielt“. Alexander Bonde, Grünen-Haushaltsexperte, warnte, mit den Plänen zu Schattenhaushalten führe die Koalition aus CDU/CSU und FDP die Schuldenbremse im Grundgesetz „völlig ad absurdum“. Jeder „Hütchenspieler auf der Straße,“ sagte der Grünen-Politiker, „pflegt einen seriöseren Umgang mit Geld als die schwarz-gelbe Koalition“. Zwar verbietet die neue, erst vor kurzem ins Grundgesetz aufgenommene Schuldenbremse derartige Sondervermögen. Ausgenommen von dem Verbot sind jedoch solche neuen Sonderposten des Bundes, die bis Ende 2010 eingerichtet werden.

Als weiter existierende „Dissenspunkte“ führen die Koalitionäre unter anderem die „Flexibilisierung des Renteneintritts“ auf. Die FDP will beim vorzeitigen, gekürzten Rentenbezug vor dem 65. Lebensjahr die Hinzuverdienstgrenze von 400 Euro im Monat aufheben. Denkbar wäre statt einer Aufhebung eine Erhöhung der Hinzuverdienstgrenze.

Ungeachtet aller Details hat Kanzlerin Angela Merkel die Unionsabgeordneten auf schwierige Zeiten zu Anfang des Jahres 2010 eingestimmt. „Es werden extrem ernste Monate werden“, wurde sie am Dienstag von Teilnehmern der Fraktionssitzung von CDU und CSU zitiert. Die Arbeitslosenzahlen dürften weiter steigen. Mit Sorge blickt die Kanzlerin vor allem die Arbeitslosenversicherung, die Steuerzuschüsse benötigen wird. Nach geltender Rechtslage ist der Beitragssatz bis Ende 2010 bei 2,8 Prozent festgeschrieben, danach klettert er auf drei Prozent. Vorübergehend hatten Unterhändler von Union und FDP über eine Anhebung auf 4,5 Prozent des Lohns diskutiert – dieser Vorschlag würde den Bund entlasten, die Abgabenlast der Bürger aber erhöhen; diese Pläne wurden offenbar verworfen.

[Bernd Knebel]

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige

Umfrage der Woche

Neuer Umweltminister

Peter Altmaier ist neuer Umweltminister. Wird er seinen Job besser machen als Vorgänger Norbert Röttgen?

Bild der Woche

Ein großer Star bei Volkswagen: Herbert Grönemeyer besichtigte mit Tochter Marie und Mitgliedern seiner Band die Produktion im VW-Werk.

Ein großer Star bei Volkswagen: Herbert Grönemeyer besichtigte mit Tochter Marie und Mitgliedern seiner Band die Produktion im VW-Werk.

zur Galerie

Magazine

Videos aus Wolfsburg und Gifhorn

Freitags neu: Videos aus unserer Region

Film ab in Wolfsburg und Gifhorn: In Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender tv38 zeigen wir ausgewählte Ereignisse in der Region auch als Video. Schauen Sie rein! mehr


 

Videos

Die Welt im Film

Hier können Sie sich zu allen Bereichen informieren, egal ob es sich um Nachrichten aus aller Welt handelt oder die Filmtrailer der aktuellen Kinowoche. Für jeden ist etwas dabei. mehr