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Deutschland / Welt Russlandaffäre rückt näher an Trump heran
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Russlandaffäre rückt näher an Trump heran
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07:42 21.09.2017
Paul Manafort war der Mann im Hintergrund. Für Trump ließ der Lobbyist seine Kontakte in die russische Oligarchie spielen. Quelle: AP
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Washington

Die verdeckten Kontakte zwischen dem früherem Wahlkampfteam von Donald Trump und der russischen Führung halten Washington in Atem. Allem Anschein nach soll der damalige Wahlkampfmanager Paul Manafort im Juli 2016 einem Putin-nahen Oligarchen private Treffen angeboten haben, um über den jeweils aktuellen Stand im Ringen um das Präsidentschaftsamt zu informieren.

In der ungewöhnlichen Kontaktanbahnung soll Manafort einen bewusst verdeckten Weg gewählt haben: Der Trump-Vertraute bat einen langjährigen Mitarbeiter, der damals mit einem Büro in der Ukraine vertreten war, die entsprechenden Botschaften an den mehrfachen Milliardär Oleg Deripaska weiterzuleiten.

Milliardenschwerer Putin-Vertrauter: Manafort soll dem Oligarchen Oleg Deripaska während des US-Wahlkampfes private Treffen mit Trump vorgeschlagen haben. Quelle: dpadpa

Wie die Washington Post in der Nacht zum Donnerstag schreibt, ist zurzeit noch unklar, ob diese Offerte den Putin-Vertrauten überhaupt erreichte. Es gilt allerdings als gesichert, dass sich Manafort dem russischen Unternehmer mit seinem speziellen Wissen regelrecht anbiederte - wohl auch, weil er sich mit dem einflussreichen Deripaska über frühere Aufträge zerstritten haben soll.

Das FBI ließ Manafort abhören

Die neuesten Enthüllungen über den Lobbyisten und früheren Trump-Vertrauten kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Gerade erst war bekanntgeworden, dass die Bundespolizei FBI mit richterlicher Einwilligung Manafort über den Jahreswechsel abhören ließ, um weitere Erkenntnisse über die Russland-Kontakte des Trump-Teams zu gewinnen. Ob in dieser Zeit auch Gespräche zwischen Manafort und den bereits zum Präsidenten gewählten Trump aufgezeichnet wurden, lässt sich bisher nicht mit Sicherheit sagen. Aber allein die Möglichkeit, dass es Gesprächsaufzeichnungen mit dem Wahlsieger geben könnte, sorgt in der US-Hauptstadt für Unruhe. Wie der Sender CNN berichtet, hätten die Bundespolizisten über mehrere Monate quasi jedes Telefonat des einst hochrangigen Politikmanagers mitgehört und aufgezeichnet.

Auch zum ehemaligen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, pflegte Manafort Kontakte. Das FBI nahm deswegen Ermittlungen gegen ihn auf. Quelle: dpadpa

Manafort war bereits vor drei Jahren von der Bundespolizei überwacht worden, als er für den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch Partei ergriffen hatte und für pro-russische Dienste in Kiew im Einsatz war. Hinweise, dass der umstrittene Manager die russische Seite aufgefordert haben könnte, für den politischen Quereinsteiger Trump in den Wahlkampf einzugreifen, sind bisher allerdings nicht bekannt.

Der Lobbyist wollte Hillary Clinton ausspionieren

Dass Sonderermittler Robert Mueller, der zur Aufklärung der Russland-Affäre von Justizminister Jeff Sessions eingesetzt wurde, den eigenwilligen Lobbyisten im Visier hat, zeigte sich bereits im Sommer: Ende Juli hatte ein größeres Team von FBI-Ermittlern Manaforts Privatwohnung in Arlington unweit von Washington frühmorgens aufgebrochen und kistenweise Dokumente und Computerdateien sichergestellt und abtransportiert. Wie die New York Times berichtet, soll ihm bereits damals eine Anklage angekündigt worden sein.

Tatsächlich gilt Manafort als eine der Schlüsselfiguren in der Russlandaffäre. So traf er sich im Juni 2016 im New Yorker Trump Tower mit der Kreml-nahen Lobbyistin Natalia Weselnitskaja, die ihm vermeintlich belastendes Material über die Mitbewerbin Hillary Clinton in Aussicht gestellt hatte. Pikanterweise nahmen an dem Gespräch auch Trumps gleichnamiger Sohn sowie sein Schwiegersohn Jared Kushner teil. Vor wenigen Tagen musste daher Trump Junior vor einem Ausschuss des US-Senats über dieses Treffen Auskunft geben - allerdings hinter verschlossenen Türen.

Es ist wenig über Trumps russische Geschäftspartner bekannt

Wie in Washington zu hören ist, werfen die anhaltenden Ermittlungen nicht nur Fragen zu möglichen russischen Manipulationsversuchen im Wahlkampf auf, sondern auch zu den geschäftlichen Verwicklungen des Präsidenten. Zu den Kritikern zählt der demokratische Abgeordnete Adam Schiff aus Kalifornien, der unter anderem im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses tätig ist: „Der Präsident bestreitet, in Russland investiert zu haben. Aber er sagt wenig oder gar nichts über all die russischen Investments in seine Grundstücke.“ Über diese Verstrickungen sollten die Amerikaner sehr besorgt sein, sagt Schiff.

Auch wenn die Mehrzahl der russischen Investoren unbekannt ist, die sich in Trumps Appartementhäuser eingekauft haben, ist allein schon eine einzelne Erhebung im Süden Floridas aussagekräftig. Nach Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters kauften wohlhabende Russen in exquisiten Wohnanlagen wie „Trump Grande“ und „Trump Hollywood“ unweit von Sunny Isles Wohnungen im Wert von knapp 100 Millionen Euro. In den meisten dieser Appartementhäuser sei die „Trump Organization“ des Präsidenten zwar nicht Eigentümer, aber der Geschäftsmann erhalte für jeden Verkauf eine einträgliche Provision, da die Anlagen seinen Namen tragen.

Von Stefan Koch/RND

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