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Deutschland / Welt Russische Polit-Anzeigen erreichten 126 Millionen Facebook-Nutzer
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10:50 01.11.2017
Über das Netzwerk versuchte eine russische Agentur den US-Wahlkampf zu beeinflussen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Washington

Das Ziel war, die Atmosphäre in den USA vor den Wahlen gründlich zu vergiften – und verschiedene gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufzubringen. Schwarze, Muslime, Lesben, Schwule, Transgender: Sie alle standen im Fokus jener Anzeigen, mit denen eine russische Agentur im US-Wahlkampf 2016 letztlich Stimmung machen wollte für Donald Trump. Jetzt wird klar, dass diese Form der Antiwerbung weit mehr Menschen erreichte als bislang angenommen: Allein auf Facebook gelangte sie auf die Bildschirme von 126 Millionen Nutzern.

Die Zahl nennt das Unternehmen selbst in einer Stellungnahme an den US-Kongress, der sich in dieser Woche mit dem russischen Einfluss auf die Präsidentschaftswahl befasst. Dass die ominöse russische „Internet Research Agency“ seit 2015 Anzeigen gebucht hat, die Facebook-Nutzern angezeigt werden, war bereits bekannt. Neu ist allerdings die Dimension der Verbreitung: Direkt gingen die Anzeigen zwar lediglich an 11,4 Millionen Facebook-Nutzer. Diese hätten sie aber geteilt und so letztlich an eine dreistellige Millionenzahl von Empfängern weitergeschickt.

Für die Anzeigen hat Facebook nach eigenen Angaben rund 86 000 Euro von der russischen Agentur erhalten. Auf Instagram, einer App zum Teilen von Fotos, hat Facebook laut einem Bericht der „New York Times“ 170 Konten gesperrt, die insgesamt 120 000 Inhalte mit Russland-Bezug gepostet haben.

Die Posts und Anzeigen seien „ein heimtückischer Versuch, Menschen auseinanderzutreiben“, erklärt Colin Stretch, Generalanwalt von Facebook, in der Stellungnahme. Nicht genau sagen kann das Unternehmen nach eigenen Angaben, wie viele Nutzer die Anzeigen tatsächlich wahrgenommen und angeklickt haben. Facebook verweist darauf, dass täglich Milliarden Nachrichten über das Netzwerk ausgetauscht werden. Andererseits ist die Zahl von 126 Millionen Empfängern sehr hoch, gemessen an den 236 Millionen monatlich aktiven Nutzern von Facebook in Nordamerika und den 63 Millionen Amerikanern, die für Trump gestimmt haben.

Auch andere Internetunternehmen wurden zum Vehikel russischer Einflussnahme: Twitter entdeckte 2700 Accounts mit Verbindung zur russischen „Internet Research Agency“. Binnen drei Monaten wurden 1,4 Millionen Tweets mit Russland-Bezug verschickt. Google entdeckte 18 Youtube-Kanäle, die „wahrscheinlich“ in Beziehung zu der russischen Agentur stünden. Ihre Videos wurden von 2015 bis Ende 2016 rund 310 000-mal geklickt. In den USA gab es bereits vor der Veröffentlichung dieser Zahlen Initiativen, die Unternehmen stärker zu reglementieren. Demokratische Senatoren fordern unter anderem, dass Netzwerke die Geldgeber von Anzeigen offenlegen müssen.

Von Stefan Koch

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