Die Rentenbeiträge sollen weiterhin 19,9 Prozent betragen.
Die Finanzierung der Rente ist nach Angaben von Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung (CDU) trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise „gesichert“. Einem vom Bundeskabinett am Mittwoch in Meseberg beschlossenen Bericht über die gesetzliche Rentenversicherung zufolge bleibt der Beitragssatz „bis zum Jahr 2014 stabil bei 19,9 Prozent“. Allerdings müssen die rund 20 Millionen Rentner im kommenden Jahr womöglich eine Nullrunde hinnehmen.
Wie das Arbeitsministerium mitteilte, kann allerdings erst Mitte März 2010 anhand der statistischen Daten zur Lohnentwicklung festgestellt werden, ob die Rentengarantie schon im nächsten Jahr zur Anwendung kommen muss. Diese Regelung stellt sicher, dass es auch bei einer negativen Lohnentwicklung nicht zu einer Rentenkürzung kommt. Langfristig steigen den Modellrechnungen zufolge die Renten wiederum: So wird bis 2023 mit einer durchschnittlichen Erhöhung von jährlich 1,6 Prozent gerechnet.
Der Finanzpuffer der Rentenversicherung beträgt dem Bericht zufolge zum Ende dieses Jahres voraussichtlich rund 15,9 Milliarden Euro. Die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage entspreche damit fast einer Monatsauszahlung. Bis Ende 2011 werde der Finanzpuffer bis auf 0,7 Monatsauszahlungen abgebaut, ab 2012 soll es aber wieder eine Steigerung geben. Den Berechnungen nach könnte der Beitragssatz 2015 auf 19,8 Prozent sinken und auf 19,4 Prozent ein Jahr darauf. Bis 2023 steige er wieder auf 20,6 Prozent an.
Linke-Vize Klaus Ernst prophezeite derweil eine „Serie von Nullrunden und Mini-Steigerungen“. Rentner müssten sich darauf einstellen, „auch im nächsten Jahrzehnt real jedes Jahr weniger Geld in der Tasche zu haben“, erklärte er. Ernst forderte eine „sofortige außerordentliche Rentenerhöhung von vier Prozent“. Zugleich müsse eine neue Rentenformel entwickelt werden.
ddp