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Deutschland / Welt Rechte Webseite geht nach Anschlag auf Synagoge vom Netz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Rechte Webseite geht nach Anschlag auf Synagoge vom Netz
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15:43 29.10.2018
Am Samstag wurden in der Synagoge in Pittsburgh acht Männer und drei Frauen im Alter zwischen 54 und 97 Jahren erschossen. Quelle: Steph Chambers/Pittsburgh Post-Gazette/AP
Pittsburgh

Die bei Rechtsextremisten beliebte Internet-Seite Gab.com ist nach den tödlichen Schüssen in einer Synagoge in Pittsburg heruntergefahren worden. Die Seite sei von App-Stores systematisch nicht mehr auf deren Plattformen gestellt worden, war am Montag nur noch auf der Web-Seite zu lesen. Provider und Zahlungsdienstleister hätten die Seite nicht mehr bedient. Man suche einen neuen Provider, werde aber für einige Zeit nicht erreichbar sein.

Der Verdächtige Robert Bowers, der am Samstag in Pittsburgh acht Männer und drei Frauen im Alter zwischen 54 und 97 Jahren erschossen haben soll, hat auf Gab.com ein Benutzerkonto unterhalten, auf dem er seine antisemitischen Ansichten verbreitete.

Gab.com-Chef Andrew Torba hat beteuert, die Seite verurteile Terrorismus und Gewalt und habe Bowers' Konto nach dem Anschlag gesperrt sowie die Strafverfolgungsbehörden informiert. Gab.com werde das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung weiter verteidigen. Bowers habe auch auf anderen Web-Seiten Konten gehabt.

Auschwitz-Überlebende rufen zu Solidarität mit Juden auf

Das Internationale Auschwitz Komitee hat unterdessen zur Solidarität mit Juden aufgerufen. „Weil sich die Hass-Strategen des Antisemitismus über Kontinente hinweg gegenseitig anstacheln, rufen Auschwitz-Überlebende dazu auf, über Kontinente hinweg zusammenzustehen“, erklärte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, am Montag bei einem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers in Polen.

Er rief Kirchen, Politik, Gewerkschaften und Bürger dazu auf, sich am Wochenende an der Kampagne des American Jewish Committee (AJC) zu beteiligen und Synagogen zu besuchen. Damit solle gezeigt werden, "dass die übergroße Mehrheit der Menschen bereit ist, aus dem Schatten der Gleichgültigkeit herauszutreten". Die Kampagne des AJC läuft unter dem Hashtag #ShowUpForShabbat.

"Viel zu sehr hat sich die Welt daran gewöhnt, dass Juden verhöhnt, bedroht und angegriffen werden", sagte Heubner weiter. Die Blutspur des Antisemitismus finde kein Ende. "Noch immer wird jüdischen Menschen nach dem Leben getrachtet", sagte er. "Und wieder protestiert die Welt pflichtschuldigst und wird dem antisemitischen Hasstreiben weiterhin weitgehend wirkungslos gegenüber stehen bleiben." Der Protest der Welt nach den Morden in der Pittsburgher "Tree of Life"-Synagoge werde "wieder viel zu schnell verhallen, wenn wir ihn jetzt nicht aufnehmen".

Von RND/dpa/jw

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