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Deutschland / Welt Politiker fordern mehr Einsatz gegen Isolierung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Politiker fordern mehr Einsatz gegen Isolierung
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10:38 19.01.2018
Nachdem in Großbritannien das Ministerium für Einsamkeit eingeführt wurde, wollen auch deutsche Politiker gegen Isolierung vorgehen. Quelle: dpa
Berlin

Immer mehr Menschen fühlen sich von der Gesellschaft isoliert – sie leiden an Einsamkeit. Großbritannien reagiert und möchte mit einem eigenen Ministerium für das Gefühl den Betroffenen Menschen helfen. Auch deutsche Politiker möchten der Einsamkeit den Kampf ansagen.

„Es muss einen Verantwortlichen geben“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der „Bild“-Zeitung etwa: „Die Einsamkeit in der Lebensphase über 60 erhöht die Sterblichkeit so sehr wie starkes Rauchen.“ Isolierte Menschen würden früher sterben und „viel häufiger an Demenz“ erkranken. „Es muss für das Thema Einsamkeit einen Verantwortlichen geben, bevorzugt im Gesundheitsministerium, der den Kampf gegen die Einsamkeit koordiniert“, sagte er.

„Eine Enttabuisierung“ des Themas Einsamkeit forderte unterdessen CDU-Politiker Marcus Weinberg – „damit einsame Menschen eine Lobby haben und Einsamkeit nicht in einer Schmuddelecke bleibt“. Das Thema und die gesamtgesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen von zunehmender Einsamkeit würden an Bedeutung in den kommenden Jahren zunehmen. „Wir müssen uns des Themas annehmen, Forschung hierzu fördern, Programme auflegen, neue Konzepte entwickeln“, forderte der familienpolitische Sprecher der Union.

„Wir brauchen ein Bündnis aus Politik und Gesellschaft“

Auch Diakonie-Präsident Ulrich Lilie forderte mehr politisches und gesellschaftliches Engagement gegen Einsamkeit. „Wir brauchen ein Bündnis aus Politik und gesellschaftlichen Gruppen, wie Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen und kulturellen Einrichtungen“, sagte Lilie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die zunehmende Einsamkeit sei ein Querschnittsproblem in der Gesellschaft, über das zu wenig geredet werde. Sowohl in Städten als auch auf dem Land wachse die Zahl von Menschen, die sich einsam fühlten. „Einsame Leute wieder in die Gesellschaft zu holen, ist eine Aufgabe, die man nicht einfach kommerziellen Anbietern wie Facebook oder Partnerschaftsbörsen überlassen darf.“

Eine Studie von Psychologie-Professorin Maike Luhmann von der Ruhr-Universität Bochum ergab, dass sich in Deutschland jeder Fünfte über 85 einsam fühlt, wie die „Bild“-Zeitung berichtete. Bei den 45- bis 65-Jährigen sei es jeder Siebte. Luhmann sagte: „Es gibt keine Altersgruppe, in der sich Menschen nicht einsam fühlen.“ Besonders ältere, kranke Menschen, die kaum noch ihr Haus verlassen könnten, seien betroffen. „Ein Teufelskreis, denn soziale Isolation kann Krankheiten wie Depression oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.“

Von RND/dpa/lf

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