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Deutschland / Welt Pentagon plant Neuausrichtung der Militärstrategie
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Pentagon plant Neuausrichtung der Militärstrategie
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11:30 25.01.2018
Das Pentagon in Washington: Das US-Verteidigungsministerium will seine Militärstrategie weitreichend verändern. Quelle: AP
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Washington

James Mattis zählt zu den anerkanntesten Kabinettsmitgliedern der US-Regierung. Der Verteidigungsminister genießt sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten hohes Vertrauen. Nur so ist es wohl zu erklären, dass die Opposition die jüngsten Aussagen des 67-Jährigen nicht lautstark kommentiert oder zurückweist, sondern zunächst aufmerksam studiert. Mattis fordert nichts weniger als eine grundlegende Neuorientierung des gesamten Militärapparates.

Seit fast zwei Jahrzehnten konzentriert sich das US-Militär auf sogenannte asymmetrische Bedrohungen: Viele Soldaten durchlaufen spezielle Trainingscamps, um kleine Gruppen von Aufständischen in den abgelegenen Bergen Afghanistans, im Jemen oder in Somalia zu bekämpfen. Mit den Grundlagen der klassischen Kriegsführung, die sich gegen schwer bewaffnete und gut organisierte Truppen eines feindlichen Staates richtet, sind die US-Einheiten dagegen immer weniger vertraut. Eine Entwicklung, die es nach Meinung von Mattis umzukehren gilt.

Konkurrenz der Großmächte im Fokus

„Wir müssen die Bekämpfung von Terroristen zwar fortsetzen“, sagt der Pentagon-Chef, „aber künftig rückt die Konkurrenz zwischen den Großmächten in den Mittelpunkt der nationalen Sicherheit.“ Bei einem Vortrag an der Johns-Hopkins-Universität in Washington hebt Mattis zugleich die Bedeutung des westlichen Verteidigungsbündnisses hervor: „Wir müssen nur einen Blick in die Geschichtsbücher werfen, um zu verstehen, dass wir uns dieser Herausforderung am besten an der Seite unserer Verbündeten stellen sollten. Diese Verbündeten müssen allerdings auch ihren gerechten Anteil leisten.“ Das heißt: Ebenso wie Präsident Donald Trump dringt auch der Minister die Nato-Partner zu höheren Verteidigungsausgaben.

Mehr Geld verlangt der pensionierte Vier-Sterne-General zuallererst jedoch vom eigenen Parlament: Aus eigener Erfahrung könne er sagen, dass das US-Militär seit dem Ende des Kalten Krieges finanziell ausgezehrt worden sei. Den Soldaten würde es schon seit Jahren an der dringend notwendigen Ausstattung fehlen: „Unsere militärische Überlegenheit hat sich in allen Bereichen der Kriegsführung verringert - bei der Luftwaffe, beim Heer, bei der Marine, im Weltraum und im Cyberspace. Und der Abwärtstrend setzt sich fort.“

Manöver erinnern an frühere Großeinsätze

Der Pentagon-Chef weiß seinen Appell auf eindringliche Weise zu unterstreichen. Wie aus Militärkreisen unschwer zu erfahren ist, finden in diesen Wintermonaten gleich eine ganze Reihe von Manövern statt, die wieder stärker an frühere Großeinsätze erinnern. So werden im kommenden Monat mehr als 1000 Reservisten einberufen, die sogenannte Rekrutierungslager für Soldaten aufbauen, die nach Übersee entsandt werden sollen. Es ist nur eine Übung, aber eine Übung, die es in dieser Form schon seit Jahren nicht mehr gegeben hat.

Unmittelbar vor Weihnachten berichteten zudem örtliche Zeitungen von einem größeren Manöver in North Carolina, bei dem fast 50 Kampf- und Transporthubschrauber die Verlegung von Truppen unter feindlichem Beschuss übten. Und fast zeitgleich trainierten zahlreiche Fallschirmspringer in Nevada den nächtlichen Einsatz hinter feindlichen Linien.

Amerikas Sicherheitskräfte, so heißt es im Pentagon, sollten sich nicht allein in der Rolle von Polizisten sehen, die Kriminelle in abgelegenen Erdteilen jagen. Das Militär müsse auch seine Fähigkeit bewahren, sich im Ernstfall feindlichen Armeen entgegenzustellen.

Von Stefan Koch/RND

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